Venezuela übergibt Madurо-Vertrauten Alex Saab an die USA

Die Regierung Venezuelas hat den früheren Industrieminister Alex Saab an die USA ausgeliefert. Saab gilt als enger Vertrauter des gestürzten Präsidenten Nicolás Maduro und könnte im US-Verfahren als Belastungszeuge auftreten.

Nach Angaben aus dem Umfeld der Ermittlungen könnte Saab den Behörden Informationen liefern, die sich gegen Maduro in einem Strafprozess verwenden lassen. Die venezolanische Regierung teilte zudem mit, Saab sei am Samstag abgeschoben worden.

Begründet wurde die Übergabe damit, dass Saab an „der Begehung verschiedener Straftaten in den USA“ beteiligt gewesen sein soll. Der in Kolumbien geborene Geschäftsmann steht demnach im Fokus der US-Justiz wegen Geldwäsche.

Saab war im Februar in Caracas festgenommen worden, nachdem US- und venezolanische Behörden gemeinsam zugriffen. Während Maduro in New York vor Gericht steht, wächst in Venezuela zugleich der Unmut über den ausbleibenden Effekt des Machtwechsels auf den Alltag.

Quick facts

  • Venezuela liefert Alex Saab an die USA aus.
  • Saab gilt als Vertrauter von Nicolás Maduro.
  • Vorwürfe: Geldwäscheaktivitäten in den USA.
  • Festnahme im Februar in Caracas im Rahmen einer gemeinsamen Operation.
  • Saab soll am Samstag abgeschoben worden sein.
  • Wegen eines laufenden Verfahrens steht Maduro in New York vor Gericht.

Nicht die erste Auslieferung Saabs an die USA

Für Alex Saab ist die Auslieferung an die USA möglicherweise kein einmaliger Vorgang. Der Geschäftsmann war bereits 2020 auf den kapverdischen Inseln festgenommen worden, nachdem sein Privatjet dort auf dem Weg nach Iran wegen Betankung hatte landen müssen.

Ein Jahr später wurde Saab dann in die USA überstellt. Dort läuft(e) gegen ihn unter anderem ein Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche in dreistelliger Millionenhöhe.

Im Jahr 2023 kam es jedoch zu einem Tausch: Die Regierung von US-Präsident Joe Biden ließ Saab im Austausch gegen mehrere in Venezuela festgehaltene Amerikaner frei. Die US-Regierung erklärte damals, die Entscheidung über die Auslieferung Saabs sei nicht leicht gefallen.

Unabhängig davon hoben die USA die Sanktionen gegen Venezuelas Präsidentin Delcy Rodríguez auf. Rodríguez bewertete die Maßnahme als Schritt in Richtung Normalisierung und als Stärkung der Beziehungen.

Saab könnte Maduro vor US-Gericht belasten

US-Ermittler dürften darauf setzen, dass Saab Kenntnisse über illegale Geschäfte rund um Maduro und weitere führende Akteure in Venezuela besitzt. Denkbar ist, dass diese Informationen im Prozess gegen den entmachteten Staatschef unmittelbar eine Rolle spielen.

Zuvor war Maduro in Venezuela von US-Kräften gefangen genommen worden, nachdem das US-Militär Anfang des Jahres in das Land eingedrungen sein soll. In New York steht Maduro demnach wegen angeblicher Verwicklung in Drogengeschäfte vor Gericht.

  • CIA-Maulwurf und Drohnen: So fassten die USA Maduro

Seit Maduros Gefangennahme wagen laut Berichten viele geflohene Venezolaner eine Rückkehr in ihre Heimat. Häufig geschieht dies über Wege, die als riskant und teils abenteuerlich beschrieben werden.

Venezuelas Regierung seit Maduros Gefangenahme kooperativ

Nach der Festnahme übernahm Delcy Rodríguez, damals als Vizepräsidentin, die Regierungsgeschäfte in Caracas. Seitdem tritt sie gegenüber dem früheren Gegner in Washington auffallend kooperativ auf.

Rodríguez habe Saab Anfang des Jahres aus allen politischen Ämtern entlassen. Die Festnahme und die spätere Auslieferung gelten als Hinweis auf eine neue Qualität der Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden der USA und Venezuela unter der aktuellen Präsidentin.

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