Der US-Justiz droht dem angeklagten Elias Rodriguez die Todesstrafe. Er soll im vergangenen Mai zwei Mitarbeiter der israelischen Botschaft in Washington vor einem jüdischen Museum erschossen haben. Die Anklage umfasst zudem den Vorwurf eines auf Hass basierenden Verbrechens, das mit dem Tod eines Opfers verbunden ist.
Key takeaways
- Die Staatsanwaltschaft will im Verfahren gegen Elias Rodriguez die Todesstrafe beantragen.
- Rodriguez wird in Verbindung mit den Tötungen von Yaron Lischinsky und Sarah Milgrim mit Bundesanklagen wegen Hassverbrechen und Mord konfrontiert.
- Die Anklage enthält „besondere Feststellungen“, die es der Justiz erlauben, das Todesstrafenverfahren einzuleiten.
- Den Vorwürfen zufolge soll Rodriguez beim Angriff „Free Palestine“ gerufen haben und später gesagt haben: „I did it for Palestine, I did it for Gaza“.
- Die nächsten gerichtlichen Schritte sind für den 30. Juni vorgesehen; ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest.
Todesstrafe im Bundesverfahren angekündigt
Das Justizministerium will die Todesstrafe für den Mann fordern, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Beschäftigte der israelischen Vertretung in Washington tödlich erschossen hat. Die Ankündigung erfolgte am Freitag in einem Schriftsatz, der im laufenden Verfahren eingereicht wurde.
Rodriguez steht demnach in Fällen vor Gericht, die sowohl als Hassverbrechen als auch als Tötungsdelikte nach Bundesrecht eingestuft werden. Konkret geht es um die tödlichen Schüsse auf Yaron Lischinsky und Sarah Milgrim. Die beiden sollen das Gelände nach einer Veranstaltung am jüdischen Museum verlassen haben, als Rodriguez das Feuer eröffnete.
In der Anklageschrift heißt es, Rodriguez habe während der Tat „Free Palestine“ gerufen. Später, so die Darstellung, habe er gegenüber der Polizei erklärt: „Ich habe es für Palästina getan, ich habe es für Gaza getan.“
Zu den Vorwürfen gehört auch ein Hassverbrechen, das zum Tod geführt habe. Außerdem weist die Anklage darauf hin, dass „besondere Feststellungen“ vorliegen. Diese ermöglichen es den Anklägern, die Todesstrafe aktiv zu verfolgen.
Hintergrund: Motivationsfrage und Ablauf der Tat
Für die Hassverbrechensvorwürfe müssen die Strafverfolger nachweisen, dass Rodriguez aus antisemitischen Motiven gehandelt hat. Ziel der Angriffe seien Lischinsky und Milgrim gewesen, ein junges Paar, das unmittelbar vor der Verlobung gestanden habe. Milgrim war laut Anklage 26 Jahre alt und US-Staatsbürgerin, Lischinsky 30 Jahre alt und israelischer Staatsbürger, der in den USA arbeitete.
Die Staatsanwaltschaft beschreibt den Tathergang als geplant und mit Berechnung vorbereitet. Demnach sei Rodriguez vor dem Ereignis am 21. Mai aus Chicago in die Region um Washington gereist und habe eine Schusswaffe im aufgegebenen Gepäck mitgeführt.
Zeugen hätten dem Angeklagten demnach zunächst dabei beobachtet, wie er in der Nähe des Tatorts umherging, bevor er sich einer Gruppe von vier Personen näherte und schoss. Videoaufnahmen sollen zeigen, dass Rodriguez sich Lischinsky und Milgrim weiter annäherte, nachdem die beiden zu Boden gegangen waren. Anschließend sollen weitere Schüsse abgegeben worden sein, während er über ihnen gestanden habe. Behördenangaben zufolge habe er zudem offenbar nachgeladen, bevor er davonlief.
Aussagen nach der Tat und Darstellung der Staatsanwaltschaft
Nach der Schießerei sollen Ermittler zufolge Rodriguez in das Museum gegangen sein. In Gerichtsunterlagen wird festgehalten, er habe dort gesagt: „Ich habe es für Palästina getan, ich habe es für Gaza getan. Ich bin unbewaffnet.“ Darüber hinaus wird berichtet, Rodriguez habe gegenüber Detectives erklärt, er habe die Tat eines aktiven Angehörigen der US-Luftwaffe bewundert, der im Februar 2024 vor der israelischen Botschaft in Washington Selbstverbrennung begangen hatte. Der Mann sei in seinen Worten „mutig“ und „Märtyrer“ gewesen.
In dem am Freitag eingereichten Schriftsatz schreiben die Staatsanwälte, Rodriquez’ Handlungen seien aus „politischer, weltanschaulicher, nationaler und religiöser Voreingenommenheit“ erfolgt. Außerdem wird von „Verachtung und Hass“ gesprochen. Zudem heißt es, er habe Menschen ins Visier genommen, von denen er geglaubt habe, sie hätten an einer Veranstaltung für junge jüdische Fachleute teilgenommen. Ziel sei es gewesen, die Wirkung seiner Verbrechen zu verstärken.
Reaktion der Verteidigung und nächster Gerichtstermin
Die Anwälte von Rodriguez hätten auf eine per E-Mail angefragte Stellungnahme nicht unmittelbar reagiert. Einige Wochen vor der Bekanntgabe am Freitag habe es jedoch eine Besprechung zwischen Verteidigern und Vertretern des Justizministeriums gegeben. Dabei hätten die Verteidiger Unterlagen vorbringen können, die aus ihrer Sicht gegen die Beantragung der Todesstrafe sprechen.
Eine Strafverfolgung im Zusammenhang mit Hassverbrechen habe zudem Konsequenzen für den weiteren Prozessverlauf, da die Motivation nachgewiesen werden müsse. Darüber hinaus betonte Jeanine Pirro, die US-Anwältin für den District of Columbia, in einem am Freitag stattfindenden, unabhängigen Presseauftritt: Wer politische Gewalt in dieser Region ausüben wolle, werde zur Verantwortung gezogen und müsse mit der vollen Härte des Rechts rechnen.
Der nächste Auftritt vor Gericht für Rodriguez ist auf den 30. Juni terminiert. Ein Datum für den Prozess wurde bislang noch nicht festgelegt.