US-Präsident Donald Trump hat Teheran erneut mit vollständiger Vernichtung gedroht. Parallel dazu mehren sich Hinweise, dass Israel bereit ist, die Angriffe gegen Iran wieder aufzunehmen, falls die Verhandlungen nicht vorankommen.
Trump warnte, dass die USA einen erneuten Krieg gegen Iran in Betracht ziehen würden, falls sich die iranische Führung in den Gesprächen nicht „bewegt“. Andernfalls werde „von ihnen nichts mehr übrig bleiben“.
Der US-Präsident erneuerte damit seine harte Linie gegenüber Teheran und forderte zugleich den Abschluss eines Abkommens. Am Sonntag äußerte Trump sich in seinem Onlinedienst Truth Social.
„Für Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser schnell bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben.“
Trump: Wir wollen ein Abkommen schließen
Das US-Nachrichtenportal „Axios“ berichtete, Trump habe nach einem Telefoninterview erklärt, Iran würde künftig „viel härter“ getroffen werden als zuvor, wenn die Regierung in Teheran in ihren Bemühungen um ein Kriegsende keinen besseren Vorschlag vorlege. Trump habe demnach betont: „Wir wollen ein Abkommen schließen. Sie sind noch nicht da, wo wir sie haben wollen. Sie müssen dorthin gelangen, sonst werden sie hart getroffen, und das wollen sie nicht.“
Ein tragfähiges Abkommen im Iran-Konflikt gilt derzeit als nicht absehbar. Trump bezeichnete die iranische Reaktion auf die US-Forderungen als inakzeptabel. Gleichzeitig hatte der iranische Präsident erklärt, man werde nicht „kapitulieren“.
Auch aus Iran kamen Gegenwarnungen. Ein Militärsprecher, der von der Nachrichtenagentur Tasnim zitiert wurde, drohte, Washington werde andernfalls mit „neuen offensiven und überraschenden Szenarien“ konfrontiert, falls die US-Drohungen umgesetzt würden.
„Axios“ verwies zudem auf US-Beamte, wonach erwartet wird, dass Trump am Dienstag mit seinem nationalen Sicherheitsteam im „Situation Room“ zusammenkommt. Das streng gesicherte Lagezentrum der US-Regierungszentrale soll dazu genutzt werden, Optionen für militärische Maßnahmen zu beraten.
Spannungen belasten Waffenruhe mit Iran
Bereits Anfang April hatte Trump Iran mit ähnlich drastischen Worten unter Druck gesetzt. Am 7. April hatte er erklärt: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und niemals wieder zum Leben erweckt werden.“ Kurz darauf trat eine Waffenruhe in Kraft, die Trump zuletzt einseitig verlängert hatte. In der Region gerieten die Spannungen jedoch wiederholt in den Bereich, in dem die Vereinbarung ins Wanken kommen könnte. Zudem wuchs in Washington die Unzufriedenheit darüber, dass die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Krieges bislang kaum Fortschritte gebracht hätten.
Trump sagte bereits am vergangenen Montag, die Waffenruhe hänge „nur noch am seidenen Faden“. Auch nach Trumps Reise nach Peking in dieser Woche blieb zunächst unklar, ob sein Besuch bei China – einem wichtigen Verbündeten Irans – dem Ziel eines Kriegsendes nähergebracht hat.
- China empfängt Trump: Ein Treffen nach Xi Jinpings Geschmack
Israel und der Libanon haben sich demnach auf eine Verlängerung der Waffenruhe verständigt. Dennoch kam es bereits am selben Tag erneut zu Angriffen, darunter auch auf die Pufferzone im Süden des Libanons.
Trump telefoniert mit Netanjahu – Israel "auf jedes Szenario vorbereitet"
Angesichts der wachsenden Spannungen telefonierte Trump am Sonntag außerdem mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu. Zwei Personen, die mit der Lage vertraut sind, berichteten, Israel stimme sich mit den USA darüber ab, ob die Angriffe gegen Iran wieder aufgenommen werden sollen.
Netanjahu sagte vor dem Telefonat bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem: „Unsere Augen sind weit geöffnet in Bezug auf Iran.“ Es gebe „gewiss viele Möglichkeiten“, Israel sei „auf jedes Szenario vorbereitet“. Die Zeitung „Jediot Acharonot“ schrieb unter Berufung auf Kreise aus der israelischen Regierung, Israel warte auf eine Entscheidung Trumps.
Wie sieht die tägliche Lebensrealität in Iran aktuell aus? Wie stark ist die wirtschaftliche Lage, was bewirken Internetsperren für die Menschen und wie ist die Lage bei den Menschenrechten?
Saudi-Arabien und Emirate melden Drohnenangriffe
Unterdessen meldete Saudi-Arabien erneut Drohnenangriffe. Drei unbemannte Flugobjekte seien am Sonntagmorgen abgefangen und zerstört worden, nachdem sie aus dem irakischen Luftraum eingedrungen seien. Das teilte das Verteidigungsministerium in einer Mitteilung auf X mit.
Bereits am Sonntag hatten auch die Vereinigten Arabischen Emirate drei Angriffe von Drohnen gemeldet, die aus westlicher Richtung gekommen sein sollen. Zwei davon seien nach Angaben des Verteidigungsministeriums abgefangen worden. Eine Drohne habe einen Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka getroffen. Woher die Drohnen stammten, werde noch geprüft, hieß es.
- Alle Entwicklungen und Nachrichten können Sie jederzeit auch im Liveblog zum Iran-Krieg nachlesen.
Der US-Präsident steht dabei im Zentrum einer sich zuspitzenden Lage: Donald Trump und seine MAGA-Bewegung stellen Institutionen unter Druck. Die Frage laute dabei, ob dies einer klaren Strategie folgt oder eher in Richtung Chaos weist – so die Einordnung in einer Analyse von ZDF-Korrespondent David Sauer.