Der von Donald Trump unterstützte Republikaner Andy Barr hat sich in Kentucky in der parteiinternen Wahl durchgesetzt und damit den Weg für die Nachfolge von Mitch McConnell in den US-Senat geöffnet. Barr setzte sich im Rennen um das Mandat gegen den früheren Generalstaatsanwalt Daniel Cameron durch.
Wahl in Kentucky: Barr gewinnt republikanische Vorwahl
- Am Dienstag gewann Andy Barr die republikanische Senatsvorwahl in Kentucky.
- Im hart umkämpften Wettbewerb profitierte Barr dabei von der ausdrücklichen Unterstützung durch Präsident Donald Trump.
- Barr wird damit als klarer Favorit gelten, um in dem stark republikanisch geprägten Bundesstaat den Sitz von Mitch McConnell zu übernehmen.
Barr, der das Gebiet um Lexington im US-Repräsentantenhaus vertritt, konnte Daniel Cameron besiegen. Cameron hatte zwar 2023 die Gouverneursvorwahl in Kentucky gewonnen, war jedoch im Anschluss an die Wahl gegen Gouverneur Andy Beshear unterlegen. Für Cameron war es die dritte landesweite Kandidatur; zudem war es seine erste ohne die formelle Rückendeckung durch McConnell. Cameron hatte während seines gesamten Wahlkampfs wiederholt kritisiert, dass McConnell nicht hinter ihm stehe.
Im Vorwahlkampf musste Barr außerdem gegen eine finanzstarke Konkurrenz antreten: Nate Morris, ein Unternehmer, der Unterstützung von Charlie Kirk sowie von Donald Trump Jr. erhielt. Darüber hinaus wurde Morris auch finanziell von Elon Musk gefördert. Morris griff in seiner Kampagne McConnell besonders scharf an und stellte Barr sowie Cameron, die beide Verbindungen zu McConnell haben, als „Marionetten“ des Senators dar. Begleitend setzten seine Unterstützer nach eigenen Angaben über einen längeren Zeitraum erhebliche Mittel in Fernsehwerbung ein, in der Barr vorgehalten wurde, bei Einwanderungsfragen zu nachgiebig zu sein und nicht ausreichend auf Linie mit Trumps politischem Kurs zu stehen.
In den letzten Monaten des Rennens verlor Morris’ Kampagne jedoch sichtbar an Dynamik. Schließlich stieg er aus dem Wettbewerb aus. Trump sagte daraufhin zu, Morris für eine noch nicht näher bestimmte diplomatische Aufgabe vorzuschlagen.
Der Weg zur Trump-Unterstützung war zugleich ein Test der politischen Loyalität innerhalb der Republikaner in Kentucky. Laut Angaben aus dem Umfeld der Landespartei sollte die Entscheidung über den Rückhalt durch Trump den Ausgang der Vorwahl im tiefroten Bundesstaat nahezu vorzeichnen. In diesem Prozess warben die Kandidaten intensiv mit ihrer Nähe zum Präsidenten und grenzten sich zugleich von beiden innerparteilichen Gegenspielern ab: Mitch McConnell auf der einen Seite und Rep. Thomas Massie auf der anderen, die jeweils als Trump-Gegner aus unterschiedlichen Richtungen der Partei beschrieben werden.
Im Unterschied zu Cameron und Morris fielen Barrs kritische Aussagen über McConnell vergleichsweise zurückhaltend aus. Das half Barr dabei, in den Augen von einflussreichen Geldgebern und parteipolitischen Akteuren in Kentucky weiter akzeptiert zu bleiben. Diese schätzen McConnell als langjährigen Führungsakteur der republikanischen Senatoren weiterhin, was Barrs Position in der Partei stabilisierte.
Nach Einschätzung vieler Beobachter zahlten sich diese Verbindungen früh aus: Barr konnte bis April sowohl bei den Umfragewerten als auch beim Spendenaufkommen einen Vorsprung festigen. Dadurch wurde der Boden für eine formelle Unterstützung durch Trump bereitet.
Am Montag äußerte sich Trump öffentlich zu Barr. Er schrieb, er kenne den Kandidaten gut und Barr sei eine Stimme, auf die man sich verlassen könne, weil er wisse, „was es braucht, um Dinge voranzubringen“ und damit „Amerika großartig zu machen“.
In der allgemeinen Wahl im November wird Barr voraussichtlich gegen einen der beiden demokratischen Herausforderer antreten: entweder den früheren Abgeordneten Charles Booker oder die frühere Marine Amy McGrath. Beide hatten in Kentucky bereits die letzten beiden Senatswahlen verloren. Selbst in einem Jahr, das für Republikaner voraussichtlich mit schwierigen politischen Rahmenbedingungen verbunden ist, dürfte Barr als Favorit gelten.