Trump-naher Burt Jones qualifiziert sich: Rick Jackson ebenfalls zur Stichwahl in Georgia

Der parteiinterne Wettbewerb um die republikanische Gouverneurskandidatur in Georgia hat eine entscheidende Wende genommen: Der Milliardär Rick Jackson (MAGA) und der von Donald Trump unterstützte Vizegouverneur Burt Jones haben sich für eine Stichwahl qualifiziert.

Qualifikation zur Stichwahl und Bedeutung für die Nominierung

Am Dienstag setzte sich in der republikanischen Vorwahl durch, was die politische Landschaft des Bundesstaates bereits vorher geprägt hatte: Jackson und Jones ziehen in die Stichwahl um die GOP-Nominierung für das Amt des Gouverneurs von Georgia ein. Damit bleibt der Weg zu einer weiteren Runde für Brad Raffensperger versperrt.

Raffensperger, der als Außenminister von Georgia bekannt wurde, nachdem er die Ergebnisse der Wahl 2020 verteidigt hatte, zählt mittlerweile zu den prominentesten Kritikern, die Donald Trump aus dem eigenen politischen Lager heraus unter Druck setzen konnte. In der Vorwahl gelang ihm jedoch nicht der gewünschte Durchbruch innerhalb seiner Partei.

Die Stichwahl verlängert zudem einen ohnehin hitzigen und kostenintensiven Wahlkampf um mehrere Wochen. Sowohl Jackson als auch Jones werben in dieser Phase gezielt um denselben Teil der Wählerschaft: jene MAGA-nahe Basis, die in den letzten Jahren immer stärker das Profil der Republikaner in Georgia mitbestimmt.

Trumps Einfluss als Prüfstein – zwischen Parteibindung und Geldmacht

Die Entscheidung für die Stichwahl gilt als weiterer Indikator für die Reichweite von Trumps Einfluss innerhalb der GOP. Raffenspergers Niederlage fügt sich in eine Reihe von Rückschlägen für jene republikanischen Politiker ein, die sich während Trumps Auseinandersetzungen mit einzelnen Amtskollegen nicht klar auf seiner Linie bewegt hatten.

Zugleich wird die Stichwahl zu einem Belastungstest für zwei konkurrierende Kräfte: die Wirkung einer Trumpschen Empfehlung auf der einen Seite und die politische Reichweite von Jacksons finanzieller Schlagkraft auf der anderen.

Kontext: Trump dominiert die GOP-Landschaft

  • Raffenspergers Scheitern steht im Zusammenhang mit der Entwicklung, dass Trumps Kurs immer wieder dazu beiträgt, Kandidaten der eigenen Partei aus Vorwahlen zu drängen.
  • Als weitere Beispiele werden Trumps Erfolge genannt, mit denen er in Indiana republikanische Senatoren aus dem Rennen gedrängt hatte, nachdem es dort Konflikte um die Wahlkreiseinteilung gegeben hatte.
  • Auch in Louisiana habe es einen Rückschlag für ein weiteres republikanisches Schwergewicht gegeben: Der Verlust von Sen. Bill Cassidy wird als vergleichbares Ereignis angeführt.

Geld und Unterstützung: Kampagnenstrategie im Endspurt

Schon bevor die Stichwahl feststand, wurde deutlich, dass Trump die Kandidatur von Burt Jones besonders nachdrücklich unterstützt. Trumps Zuspruch für Jones wurde wiederholt erneuert, unter anderem bei einem öffentlichen Auftritt im Februar in Rome, Georgia. Dort hatte Trump seine Unterstützung für den Vizegouverneur erneut bekräftigt.

In den letzten Wochen des Wahlkampfs konzentrierte sich Jones demnach darauf, den Rückhalt durch den Präsidenten noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Gleichzeitig setzt Jackson auf eine andere, finanzgetriebene Strategie.

Ausgaben und Werbedruck

  • Jackson, der als politischer Neuling erst spät in den Wettbewerb eingestiegen war, hat nach einer Auswertung von AdImpact inzwischen knapp 65 Millionen US-Dollar aus eigener Tasche aufgewendet.
  • Jones hat während der Vorwahlphase mehr als 28 Millionen US-Dollar ausgegeben.
  • Für die Zeit bis zur Stichwahl wird erwartet, dass die Ausgaben weiter stark ansteigen.

Versuch, sich gegen die Parteiwende zu stemmen – und wer scheiterte

Die Dominanz von Jackson und Jones wird als deutliches Zeichen dafür beschrieben, wie stark sich die Republikanische Partei in Georgia unter Trump nach rechts verschoben hat. Das betrifft nicht nur einzelne Kandidaten, sondern auch die Frage, welche politischen Stile und Argumentationslinien innerhalb der Partei noch als Mehrheitsfähig gelten.

Neben Raffensperger blieb demnach auch Georgia Attorney General Chris Carr ohne den erhofften Durchbruch. Carr gilt als Vertreter eines „alten“ republikanischen, stärker technokratisch geprägten Politikverständnisses; er hatte sich den Bemühungen Trumps widersetzt, die Wahlergebnisse des Jahres 2020 in Frage zu stellen.

Damit steht die Stichwahl nicht nur im Zeichen eines Duells zwischen zwei Bewerbern, sondern auch für die Frage, welche Form von Einfluss in der GOP in Georgia am stärksten wirkt: die von Trump persönlich vermittelte Unterstützung oder die nahezu unbegrenzte finanzielle Ausstattung eines Kandidaten.