Der US-Autor und Comedian Adam Conover zeichnet während einer politischen Veranstaltung in Los Angeles ein düsteres Bild von einer Phase, die seiner Einschätzung nach die Film- und Fernsehbranche in Kalifornien nachhaltig erschüttert.
LOS ANGELES — Studios und Gewerkschaften sind sich über viele Fragen nicht einig. In einem Punkt herrscht jedoch Einigkeit: Eine der prägenden Industrien des Bundesstaats steckt in einer Krise.
„Was wir gerade erleben, ist eine historische, generationenübergreifende Schrumpfung der Branche in Los Angeles“, sagte Adam Conover, Schriftsteller und Vorstandsmitglied der Writers Guild of America West, am Mittwoch im Rahmen eines POLITICO-Events.
„Hier davon zu leben ist deutlich schwieriger geworden“, ergänzte Conover. Produktionsfirmen würden „weniger produzieren“.
Die Probleme der Unterhaltungswirtschaft sind inzwischen zu einem drängenden Thema für Los Angeles geworden — und darüber hinaus für ganz Kalifornien. Denn während andere Städte und Länder ihre Produktionskapazitäten ausbauen, wandert Geschäft aus dem klassischen Zentrum der Branche ab. Zugleich richtet sich die Forderung nach Unterstützung immer stärker an Sacramento: Produktionen verließen zunehmend die Region, und Beschäftigte blicken mit Sorge auf die Rolle künstlicher Intelligenz, die als zusätzlicher Treiber von Stellenabbau gilt.
Auch Kathy Bañuelos, Senior Vice President für staatliche Regierungsangelegenheiten bei der Motion Picture Association, beschrieb die Lage als durch eine „Reihe von Schocks“ geprägt. Genannt wurden unter anderem die Folgen der Covid-19-Pandemie, laufende Streiks sowie zerstörerische Waldbrände.
„Ehrlich gesagt: Wir hatten, wenn man es so sagen will, seit vielleicht 2019 kein normales Jahr mehr“, sagte Bañuelos.
Conover kritisierte zudem den Versuch von Paramount, Warner Brothers zu übernehmen. Er warnte, die geplante Fusion könne einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen nach sich ziehen, und verglich das Vorhaben mit „dem Tod eines Viertels von Hollywood“.
„Das wäre eine Katastrophe“, so Conover. „Das ist, als würde Ford Chevy kaufen und dann, na ja, die Hälfte der Werke in Detroit schließen.“