Karen Bass verteidigt Mindestlohn-Delay wegen Engpässen vor Olympia 2028

Die US-Stadt Los Angeles plant eine Verschiebung der geplanten Anhebung des Mindestlohns für Beschäftigte in Hotellerie und an Flughäfen. Bürgermeisterin Karen Bass verteidigte ihre Zustimmung zu der Verzögerung mit Blick auf Engpässe rund um die Olympischen Spiele 2028.

Key takeaways

  • Bürgermeisterin Karen Bass unterstützt die geplante Verschiebung der Mindestlohnerhöhung für Hotellerie- und Airport-Beschäftigte.
  • Als Begründung verwies Bass auf eine mögliche Knappheit an Hotelzimmern im Umfeld der Olympischen Spiele 2028.
  • Der Stadtrat hatte zuvor eine Vereinbarung beschlossen, die die Lohnerhöhung bis nach den Sommerspielen hinauszögert.
  • In den Verhandlungen zwischen Arbeits- und Arbeitgeberseite spielte Bass nach eigenen Angaben eine zentrale Rolle.
  • Ein Bericht von Deloitte warnt, dass die Nachfrage durch die Spiele in Los Angeles sowie in Orange County das übliche Angebot an Unterkünften übersteigen könnte.

Olympia als Argument gegen den Zeitplan

LOS ANGELES — Bürgermeisterin Karen Bass begründete ihre Haltung mit ihrer Sorge, dass während der Olympischen Sommerspiele 2028 nicht genügend Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen könnten. Im Verlauf eines Gesprächs im Rahmen einer Veranstaltung in der Stadt erklärte sie, dass Hotels ankündigten, sich vorübergehend zu schließen.

„Es gibt Hotels, die sagen, sie wollen die Türen schließen“, sagte Bass bei einem POLITICO-Event am Mittwoch. Sie führte aus, dass die Stadt über zu wenig Kapazitäten verfüge, um die Nachfrage rund um die Spiele ausreichend abzudecken. Deshalb müsse man „an das Jahr 2028 denken“.

Bass äußerte außerdem ein Spannungsfeld, das sie in der Lohnpolitik sieht: Einerseits müsse man auf die Einkommen der Beschäftigten achten, andererseits dürfe die Höhe der Erhöhung nicht so stark ausfallen, dass Unternehmen ihre Aktivitäten begrenzen. „Man möchte die Löhne der Menschen im Blick haben. Gleichzeitig will man nicht so hoch gehen, dass sie das Geschäft einschränken“, sagte sie.

Stadtrat billigt Verschiebung nach den Sommer-Olympiaden

Die Stellungnahmen von Bass stehen im Zusammenhang mit einem Beschluss des Los-Angeles-Stadtrats am Dienstag. Die Abgeordneten hatten eine Einigung gebilligt, die die Anhebung des Mindestlohns um Zeit verschiebt: Sie soll erst nach den Sommer-Olympischen Spielen erfolgen. Dabei geht es um die Erhöhung auf 30 US-Dollar.

Die Bürgermeisterin sagte, sie sei in den abschließenden Gesprächen zwischen verschiedenen Arbeitsgruppen sowie Vertretern aus der Wirtschaft als „diejenige gewesen, die die Verhandlungen zusammengebracht hat“. Laut Bass sagten die Arbeitgebervertreter im Gegenzug zu, von einer geplanten Abstimmung im November abzusehen, die darauf abgezielt hätte, die Steuer auf Bruttoumsätze zu streichen. Eine solche Änderung hätte dem Haushalt der Stadt erheblich schaden können.

Studie warnt vor Engpass bei Unterkünften

Zusätzliche Brisanz erhält das Thema durch eine aktuelle Einschätzung eines Analysehauses. Ein Bericht von Deloitte, einem Beratungs- und Wirtschaftsprüfunternehmen, kommt zu dem Ergebnis, dass die touristische Nachfrage im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen die Menge an Unterkünften übersteigen könnte, die an besonders nachfragestarken Tagen in Los Angeles sowie in Orange County normalerweise verfügbar ist.

Der Bericht, der in Auftrag gegeben worden sei, um unter anderem die Auswirkungen auf den Markt abzuschätzen, verweist zudem auf mögliche Einschränkungen für Gäste. Demnach könnten bis zu 320.000 Besucher mit begrenzten Unterkunftsoptionen konfrontiert sein.