Karen Bass bremst Spekulationen über Trump – schärfste Kritik trifft Rivalin

Los-Angeles-Bürgermeisterin Karen Bass hat sich bei einem Auftritt in der Stadt am Mittwoch deutlich zurückhaltend gezeigt, was eine mögliche Rolle von Donald Trump in ihrer Auseinandersetzung mit einem konservativen Konkurrenten betrifft. Stattdessen richtete sie ihre deutlichste Kritik vor allem gegen eine Mitbewerberin aus dem eigenen politischen Lager.

LOS ANGELES — Die Bürgermeisterin will in diesem Wahlkampf vor allem die innerdemokratische Konkurrenz in den Blick nehmen: Spencer Pratt und Donald Trump treten in ihren Worten zunächst in den Hintergrund, während sie ihre schärfsten Angriffe gegen eine Mitstreiterin richtet, die von links Druck macht.

Bass verzichtete bei einer Veranstaltung in der Stadt weitgehend darauf, Pratt, einen ihrer zentralen Herausforderer, direkt anzugreifen. Das geschah nur wenige Stunden nachdem der ehemalige Reality-TV-Star Unterstützung von Trump erhalten hatte.

Ihre Ausführungen stellten Bass als erfahrene Politikerin dar, die über Kontakte in die Verwaltung verfügt und die Lage der Stadt angesichts mehrerer Krisen voranbringen wolle. In diesem Rahmen argumentierte sie, dass ihre linke Kontrahentin Nithya Raman, eine frühere Mitstreiterin, keinen ebenso überzeugenden Plan präsentieren könne.

Auf die Frage, wie sie dazu stehe, dass Trump Pratt als „big MAGA person“ lobte, sagte Bass: „Ich achte darauf nicht allzu viel.“ Trump sei in einem Los Angeles, das politisch überwiegend demokratisch geprägt ist, besonders unbeliebt.

Stattdessen nahm Bass Raman deutlich stärker ins Visier. Raman ist Stadträtin und hatte Anfang des Jahres überraschend eine Herausforderung aus der linken Flanke gegen Bass gestartet. Für den zweiten Platz in einem Wahlgang im November befindet sie sich in einem Duell mit Pratt. Das progressive Lager im Stadtrat habe Bass dabei hinter Raman gestellt.

„Ich stelle ihre Fähigkeit infrage, die Stadt zu führen, wenn sie als Mitglied des Stadtrats Schwierigkeiten hat, tragfähige Arbeitsbeziehungen mit ihren Kolleginnen und Kollegen aufzubauen“, sagte Bass.

Um eine zweite Amtszeit zu erreichen, muss Bass zudem mit wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung umgehen, die sich vor allem auf ihren Umgang mit verheerenden Waldbränden und den anschließenden Wiederaufbau richtet. Pratt, der bei den Bränden sein Zuhause verlor, habe die öffentliche Wut in Energie für seinen schnell ansteigenden Wahlkampf verwandelt.

Auf die Frage, ob Bass nach dem Ende der Bürgermeisterwahl ihre Beziehung zu Raman wieder aufleben lassen würde, antwortete sie knapp mit „vielleicht“. Außerdem sagte sie, sie würde auch eine Unterstützung durch ihren Herausforderer aus dem Wahljahr 2022, Rick Caruso, akzeptieren. Caruso hatte in diesem Jahr jedoch darauf verzichtet, erneut anzutreten.

Anders als bei Pratt legte Bass bei dessen Aussagen zu Wohnungslosigkeit zumindest teilweise Widerspruch ein. Pratt hatte obdachlose Menschen als „zombies“ bezeichnet; Bass deutete an, dass er die Ursachen der Krise nicht hinreichend verstehe. Sie verwies zudem darauf, dass ältere Frauen die am schnellsten wachsende Gruppe seien, die ihre Wohnsituation verliere.

„Ich wäre zurückhaltend, eine 80-jährige Frau als Zombie zu bezeichnen“, sagte Bass.

Zudem verurteilte sie den von Trump angekündigten „krassen“ verschärften Kurs in der Einwanderungspolitik. Bass griff dabei ein früheres Posting auf, in dem sie versucht hatte, Pratt in die Nähe von Trumps Linie zu rücken. Sie hatte davor gewarnt, dass beide „ICE in unsere Stadt bringen und unsere Nachbarn entführen“ wollten, und fügte anschließend erneut einen Seitenhieb gegen Raman hinzu.

Gleichzeitig stellte Bass nicht in Abrede, dass sie mit der Trump-Regierung in bestimmten Fragen zusammengearbeitet habe. Dazu zählten auch Hilfen im Zusammenhang mit den Waldbränden. Sie zeigte sich hoffnungsvoll, dass ein jüngstes Treffen im Weißen Haus den Weg für zusätzliche Unterstützung auf Bundesebene öffnen könne. In diesem Zusammenhang betonte sie auch ihre Beziehung zu Lee Zeldin, der als „Wiederaufbau-Beauftragter“ für Los Angeles fungiert.