Trump stoppt geplanten Angriff auf Iran – militärische Option bleibt offen

Donald Trump hat nach eigenen Angaben einen für Dienstag geplanten Militärschlag der USA gegen den Iran vorerst gestoppt. Der US-Präsident begründete die Entscheidung mit Fortschritten bei Gesprächen und signalisierte zugleich, dass die militärische Option jederzeit wieder aktiviert werden könne, falls keine für die USA akzeptable Verständigung zustande kommt.

Trump hatte zuletzt eine Wiederaufnahme des Krieges gegen den Iran in Aussicht gestellt. Sollte Teheran sich in den Verhandlungen nicht bewegen, werde „von ihnen nichts mehr übrig bleiben“, warnte er. Nun ließ der Republikaner über den Kurznachrichtendienst Truth Social ausrichten, er habe das US-Militär angewiesen, die Attacke nicht durchzuführen. „Es scheint eine sehr gute Chance zu geben, dass sie eine Lösung finden. Wenn wir das schaffen, ohne sie in Grund und Boden zu bomben, wäre ich sehr zufrieden“, schrieb er.

Trump erklärte, ursprünglich sei „ein sehr großer Angriff“ vorgesehen gewesen, der jedoch „für eine kurze Zeit, hoffentlich, vielleicht für immer“ verschoben werde. Gleichzeitig betonte er, das Militär müsse jederzeit bereit sein, einen umfassenden großangelegten Angriff zu starten, falls keine entsprechende Vereinbarung erreicht werde. Parallel dazu verschärft die US-Regierung den Kurs mit neuen Sanktionen gegen den Iran. Laut Trump hängt die fortdauernde Waffenruhe derzeit nur noch „am seidenen Faden“.

Trump spricht von „positiver Entwicklung“

Trump schrieb weiter, er sei von Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gebeten worden, den geplanten Schlag zunächst auszusetzen. Die Bitte habe sich darauf bezogen, dass derzeit ernsthafte Verhandlungen liefen. Er habe „aus Respekt“ vor dieser Anfrage gehandelt, heißt es in seinen Angaben. Später erklärte er in Washington, Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie „einige andere“ hätten ihn gefragt, ob er die Entscheidung um drei Tage, also nur für einen kurzen Zeitraum, verschieben könne.

Die derzeitige Verhandlungspause bezeichnete Trump als „sehr positive Entwicklung“. Zugleich räumte er ein, es habe bereits zuvor Situationen gegeben, in denen eine Einigung greifbar schien, ohne dass sie am Ende zustande kam. „Aber diesmal ist es etwas anders“, sagte er.

Ein Abkommen im Iran-Konflikt gilt nach Einschätzung des US-Präsidenten als nicht absehbar. Trump bezeichnete die iranische Antwort auf die US-Forderungen als inakzeptabel. Der iranische Präsident habe zudem geschrieben, man werde nicht kapitulieren.

Bislang war öffentlich nicht bekannt, dass die USA am Dienstag angreifen wollten. Unklar blieb auch, ob Trump den Angriff tatsächlich geplant hatte oder ob es sich um eine Drohkulisse im Kontext der Verhandlungen handelte. Der US-Präsident hat wiederholt betont, die Zeit für den Iran laufe ab.

Trump drohte Iran erneut mit Vernichtung

Trump hatte zuvor erneut mit einer Wiederaufnahme des Krieges gedroht. „Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben“, schrieb er ebenfalls auf Truth Social. Am Sonntag hatte er Iran abermals mit Vernichtung gedroht, falls Teheran dem US-Vorschlag für ein Ende des Krieges nicht zustimmt. Als zentrale Bedingung nannte er, dass Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe.

Der Konflikt eskaliert seit Wochen in einer Abfolge von Drohungen und Gegenmaßnahmen. Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Krieg mit Angriffen gegen den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf Staaten am Persischen Golf, die es als US-Verbündete betrachtet. Seit Anfang April gilt zudem eine Waffenruhe, die Trump zuletzt einseitig verlängert hatte.

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