Narges Mohammadi nach Klinikentlassung wieder zu Hause – Familie warnt vor Haft

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist aus dem Krankenhaus entlassen worden und nach Angaben aus ihrem Umfeld wieder zu Hause in Teheran. Ihre Familie warnt jedoch davor, dass eine erneute Inhaftierung ihre Gesundheit erneut gefährden könnte.

Mohammadi verlässt die Klinik – Tochter spricht von weiterer Haft als Gefahr

Die 54-Jährige durfte nach einer medizinischen Behandlung das Krankenhaus verlassen. Zuvor war sie inhaftiert gewesen; nachdem sie gegen Zahlung einer Kaution vorübergehend freigelassen worden war, konnte sie nun nach Hause zurückkehren, wie Angehörige und Unterstützer am Montag mitteilten.

Gleichzeitig meldete sich ihre Tochter Kiana Rahmani mit einer Warnung. Aus ihrer Sicht würde eine Rückkehr in das Gefängnis das Leben ihrer Mutter aufs Spiel setzen. „Ihre Genesung erfordert eine engmaschige medizinische Begleitung außerhalb von Gefängnismauern“, sagte Rahmani.

Eine erneute Haft würde „einem Todesurteil gleichkommen“, so die Tochter weiter. Zudem verlangte Rahmani ein Ende der politischen Verfolgung ihrer Mutter sowie das Zurückziehen „aller haltlosen Vorwürfe“ gegen sie.

Kiana Rahmani lebt zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Ali in Paris. Beide haben Mohammadi seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr persönlich gesehen.

Nach Angaben ihrer Anwältin befindet sich Mohammadi derzeit weiterhin in Lebensgefahr und wird medizinisch im Krankenhaus behandelt. Ihre Familie äußerte sich entsprechend stark besorgt.

Haftauflage und medizinische Ereignisse im Ablauf

  1. Nach Darstellung ihrer Unterstützer erlitt Mohammadi am 1. Mai im Gefängnis einen zweiten Herzinfarkt.
  2. Im Anschluss verbrachte sie nach Angaben aus ihrem Umfeld zehn Tage im Krankenhaus in Sandschan im Norden Irans.
  3. Im Anschluss erhielt sie Berichten zufolge „gegen eine hohe Kaution“ eine Aussetzung der Strafe, um eine Behandlung außerhalb der Haft zu ermöglichen.
  4. Mohammadi wurde zunächst in ein Krankenhaus in Teheran gebracht.
  5. Nun konnte sie das Krankenhaus verlassen und in ihre Wohnung zurückkehren.

Vergangenheit: wiederholte Gerichtsverfahren und Auszeichnung

Mohammadi ist in den vergangenen 25 Jahren aufgrund ihres Engagements gegen den Kopftuchzwang und gegen die Todesstrafe in Iran wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. 2023 wurde sie für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Auszeichnung nahmen damals stellvertretend ihre Kinder in Oslo entgegen.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Unser Nachrichtenangebot – jetzt als bevorzugte Quelle bei Google

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle sollen die Inhalte häufiger in diese Schlagzeilen-Box gespielt werden – mit geprüften Informationen, die direkt im Überblick erscheinen. Entsprechend wird darum gebeten, ZDFheute als bevorzugte Quelle einzustellen.