Shapiro-Kandidat Brooks setzt sich in Pennsylvania durch und trifft Mackenzie im November

Der Kandidat, den der Gouverneur ins Rennen schickt, bekommt es im entscheidenden Wahlkampf im November mit dem republikanischen Abgeordneten Ryan Mackenzie zu tun.

Der demokratische Bewerber Bob Brooks bei einem Auftritt in Bethlehem im US-Bundesstaat Pennsylvania am 11. Mai 2026.

Für Gouverneur Josh Shapiro war es der erste große Belastungstest seiner Partei im laufenden Wahlzyklus – und er ist bestanden.

Bob Brooks, ein Feuerwehrgewerkschaftsführer, der von Shapiro unterstützt wird, tritt gegen den GOP-Vertreter Ryan Mackenzie an. Brooks hatte zuvor in Pennsylvania den demokratischen Vorwahlkampf für den 7. Wahlbezirk gewonnen – gegen ein dicht besetztes Kandidatenfeld.

Für Shapiro ist das ein spürbarer Erfolg. Er hatte Brooks gezielt für den Wahlkampf aufgebaut und ihn Teil seiner Strategie gemacht, die Demokraten dabei zu unterstützen, das Repräsentantenhaus zurückzuerobern. Dazu gehört die Hoffnung, gleich vier umkämpfte Sitze in Pennsylvania umzudrehen. Ein deutlicher Sieg über die gesamte Fläche könnte zugleich als Startsignal für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur Shapiros im Jahr 2028 dienen.

Auch auf Bundesebene dürfte die Partei von dem Ausgang profitieren: Das Democratic Congressional Campaign Committee hat Brooks erst kürzlich in sein Programm „Red to Blue“ aufgenommen und ihn mit einer Werbeoffensive noch vor der eigentlichen Vorwahl zusätzlich gestärkt.

Als Erstkandidat setzte Brooks besonders stark auf den Rückenwind durch den sehr populären Gouverneur. Damit setzte er sich letztlich in einem Feld von vier Herausforderern durch, zu denen der frühere stellvertretende Vorsitzende des Countys Northampton, Lamont McClure, sowie der frühere Bundesstaatsanwalt Ryan Crosswell zählten. Ebenfalls im Rennen war die Ingenieurin Carol Obando-Derstine, die als Beraterin für den früheren Senator Bob Casey (D-Pennsylvania) tätig gewesen war.

Shapiro selbst ging früh und sichtbar in die Offensive: Er unterstützte Brooks offiziell, veranstaltete im Dezember eine Spendenveranstaltung für ihn und ließ im Frühjahr eine gemeinsame Werbeanzeige schalten. Kurz vor dem Wahltag trat er zudem gemeinsam mit Brooks auf.

Die Unterstützung brachte beiden Seiten zugleich Aufmerksamkeit und Gegenwind. In der Berichterstattung wurden ältere Veröffentlichungen von Brooks als problematisch herausgestellt. Außerdem wurde ein schwieriger Streit innerhalb der Familie um Eigentumsfragen thematisiert. Brooks hatte zudem angedeutet, Shapiro habe 2024 versucht, die politische Gegnerin eines Gewerkschaftsfreundes zu treffen, indem er die Organisation ermutigte, für deren republikantischen Herausforderer einzutreten. Später räumte Brooks ein, er habe sich dabei missverständlich ausgedrückt.

Zusätzlichen Druck erzeugte eine bislang undurchsichtige Gruppierung mit mutmaßlichen Verbindungen zur GOP: Lead Left PAC soll mehr als eine Million US-Dollar ausgegeben haben, um McClure zu stärken. Gleichzeitig wurde versucht, Brooks und Crosswell in den letzten Tagen des Rennens zu schwächen. Viele Wählerinnen und Wähler ließen sich davon jedoch offenbar nicht entscheidend beeinflussen.

Brooks hatte aber nicht nur den Gouverneur hinter sich. Der Kandidat, der als „Mann aus der Arbeitsschicht“ beschrieben wird – er arbeitete als Barkeeper und fährt nebenbei als Schneepflugfahrer – wird von verschiedenen Demokraten als Beispiel dafür präsentiert, wie die Partei wieder mehr Wählerinnen und Wähler aus der Arbeiterschaft erreichen kann.

Zu seinen Stärken zählt zudem eine ungewöhnlich breite Liste an Unterstützern für einen Herausforderer im Rennen um ein Abgeordnetenmandat. Sie reicht von dem Senator Bernie Sanders (I-Vermont) bis hin zu dem früheren Verkehrsminister Pete Buttigieg. In der Rangfolge finden sich außerdem sowohl Kräfte aus dem Kongress der progressiven Fraktion als auch Vertreter, die man landläufig als „Blue Dogs“ einordnet. Darüber hinaus konnte Brooks ein breites Bündel an Spitzenleuten aus dem demokratischen politischen Betrieb zusammenbringen. Dazu gehören unter anderem die progressive Fight Agency sowie The Bench, eine neue Organisation, die darauf ausgerichtet ist, untypische Kandidatinnen und Kandidaten für demokratische Sitze zu gewinnen.