Der frühere Los-Angeles-Polizeidetektiv Mark Fuhrman, der im Zusammenhang mit dem Mordprozess gegen O.J. Simpson wegen Falschaussagen verurteilt worden war, ist gestorben. Er wurde 74 Jahre alt.
Fuhrman gehörte zu den ersten beiden Ermittlern, die 1994 mit der Untersuchung der Tötungen von Nicole Brown Simpson und ihres Freundes Ronald Goldman in Los Angeles beauftragt wurden. In seinem Bericht hieß es, er habe in Simpons Haus ein blutiges Handschuhstück gefunden. Doch während des Verfahrens geriet seine Glaubwürdigkeit in den Fokus, nachdem die Verteidigung die Möglichkeit einer rassistischen Verzerrung der Ermittlungen thematisierte.
Im Kreuzverhör erklärte Fuhrman, er habe in den vergangenen zehn Jahren keine abwertenden Bezeichnungen gegen Schwarze verwendet. Das Bild änderte sich jedoch, als eine Tonaufnahme auftauchte, die ihn wiederholt mit solchen Worten zeigte. Für die Verteidigung wurde damit ein zentraler Angriffspunkt geschaffen, um seine Aussagen insgesamt zu erschüttern.
Lynn Acebedo, die leitende Stellvertreterin des Obduktionsdienstes im Landkreis Kootenai in Idaho, teilte mit, dass Fuhrman am 12. Mai starb. Der Landkreis veröffentliche grundsätzlich keine Angaben zur Todesursache.
Alan Dershowitz, ein prominenter Jurist und Hochschullehrer, der als rechtlicher Berater im Simpson-Team tätig gewesen war, würdigte Fuhrman in einem Statement mit einer klaren Wertung: Er sei „ein deutlich besserer Ermittler“ gewesen als ein Zeuge. Fuhrman habe überdies „mit sehr klarem Verstand“ und „außerordentlich entschlossen“ gehandelt. Letztlich hätten seine Vorgehensweisen der Verteidigung geholfen, den Prozess zu gewinnen, unter anderem wegen der Verwendung eines einschlägigen rassistischen Ausdrucks, sagte Dershowitz am Montagabend. Er habe Fuhrman später noch persönlich kennengelernt und dann ein freundliches Verhältnis zu ihm gehabt.
Nach dem Freispruch Simsons im Jahr 1995 zog sich Fuhrman aus dem Polizeidienst in Los Angeles zurück. Anschließend übersiedelte er nach Idaho, wo er mit seiner Ehefrau Caroline sowie den beiden Kindern – einem jungen Mädchen und einem Jungen – lebte. Dort baute er auf einem etwa 20 Hektar großen Grundstück einen Hof auf, auf dem er unter anderem Hühner, Ziegen, Schafe und Lamas hielt.
1996 wurde Fuhrman wegen Meineids angeklagt. Er erklärte später keinen Einspruch („no contest“). Danach arbeitete er als Kommentator für Fernsehen und Radio und veröffentlichte zudem das Buch „Murder in Brentwood“, das sich mit den damaligen Tötungen befasst.
Simpson, der als Star der National Football League und Schauspieler bekannt war, wurde 1995 im Strafprozess wegen Mordes freigesprochen. In einem getrennten Zivilverfahren stellte eine Jury ihn 1997 jedoch für die Todesfälle verantwortlich und ordnete an, dass er 33,5 Millionen US-Dollar an Angehörige von Brown und Goldman zahlen muss. Unabhängig davon verbüßte Simpson anschließend neun Jahre Haft wegen anderer Vorwürfe. Er starb 2024 in Las Vegas im Alter von 76 Jahren an Prostatakrebs.
Kato Kaitlin, ein Freund von Brown, der ebenfalls im Mordprozess als Zeuge aufgetreten war, schrieb in einem Beitrag auf X, er wolle den Tod Fuhrmans respektvoll zur Kenntnis nehmen und hoffe, dass dessen Angehörige Frieden finden können. „Auch wenn wir uns persönlich nie nahe standen, waren unsere Lebenswege durch unsere Rollen im O.J.-Simpson-Prozess vor über drei Jahrzehnten untrennbar miteinander verbunden“, hielt Kaitlin fest. „Es war für alle Beteiligten ein zutiefst komplexes und schmerzhaftes Kapitel, aber jeder Verlust von Leben ist ein Anlass zum Innehalten, zur Besinnung und zur stillen Würde.“
Über den Lebensweg Fuhrmans ist außerdem bekannt, dass sein Vater aus der Familie ausstieg, als er sieben Jahre alt war. Fuhrman übernahm in dieser Zeit häufig Aufgaben für seinen jüngeren Bruder, während seine Mutter arbeitete. Als Erwachsener trat er zunächst in die Marines ein und wechselte anschließend zur Los-Angeles-Polizei.