Der Klimawandel schreitet voran – gedämpft werden kann die Entwicklung nur, wenn deutlich weniger Kohlendioxid und andere Treibhausgase ausgestoßen werden. In den folgenden Angaben und Erklärungen sind zentrale Kennwerte, Ziele und Messgrundlagen zum Klimageschehen gebündelt.
Zentrale Folge: Mehr Wärme durch Treibhausgase
Der menschengemachte Klimawandel führt dazu, dass sich die Erde zunehmend aufheizt. Verantwortlich ist der Treibhauseffekt von Gasen wie Kohlendioxid. Die globale Erwärmung ist bereits heute spürbar und in Deutschland ebenso wie weltweit erkennbar: Die Temperaturen liegen im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt auf einem höheren Niveau.
Wie sich diese Kennzahlen entwickeln, wird in den begleitenden Darstellungen sichtbar gemacht.
Die wichtigsten Zahlen zum Klimawandel
Zur Auswahl unterschiedlicher Klimadaten werden Schaltflächen bzw. Bedienelemente in den interaktiven Grafiken genutzt.
Datendarstellung und Datenschutz bei interaktiven Grafiken
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Deutschland plant, die Emissionen von Treibhausgasen bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent zu senken. Der Weg dorthin ist jedoch noch weit: Ein Blick auf die Entwicklung der deutschen Emissionen zeigt den Abstand. In der Darstellung wird außerdem der Ausbau erneuerbarer Energien gezeigt – zuletzt mit spürbarem Tempo, insbesondere beim Ausbau von Solarstrom.
Ein weiteres deutliches Signal für den Klimawandel ist der weltweite Anstieg des Meeresspiegels. In einzelnen Regionen steigt der Pegel sogar besonders stark, etwa in Bangladesch.
Die Frage bleibt, warum angesichts der realen Lage nicht konsequenter gehandelt wird – und wie Technik, psychologische Faktoren und die Bereitschaft zur Veränderung zu einem besseren Klima beitragen können.
Auswirkungen der Klimakrise vor Ort in Deutschland
Die Klimakrise macht sich bereits auch in Deutschland bemerkbar: Monate und Jahre werden im Vergleich zum Zeitraum 1881 bis 1910 immer wärmer. In einer Tabelle wird sichtbar, wie stark einzelne Monate in den vergangenen rund 100 Jahren von den damaligen Werten abwichen.
Die Übersicht zeigt, wie viel wärmer oder kälter die jeweiligen Monate im Rückblick waren. Je dunkler ein Balken bzw. Streifen ausfällt, desto stärker weicht die Temperatur von der frühindustriellen Zeit ab.
Datendarstellung erneut: Hinweise zu interaktiven Grafiken
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Wer die Auswahl durchklickt, kann erkennen: In nahezu allen Landkreisen und kreisfreien Städten zeigt sich, dass es in den letzten Jahrzehnten deutlich wärmer war als zuvor. Selbst wenn es in den 1940er und 1980er Jahren phasenweise kühler war, bleibt der Trend klar: In Deutschland wird es insgesamt immer wärmer.
Die ZDF-Umweltredaktion beantwortet in diesem Zusammenhang Fragen zu Ursachen und Folgen der Erderwärmung sowie zu sogenannten Kipppunkten – Ereignissen im Erdsystem, die den Klimawandel spürbar verstärken und sich nicht mehr rückgängig machen lassen.
Erderwärmung: Klimawandel – Ursachen und Folgen
Im Beitrag werden außerdem Fragen zu Kipppunkten aufgegriffen, die den Klimawandel maßgeblich vorantreiben und nicht ohne Weiteres wieder zurückgedreht werden können.
Eis, Ozeane und Regenwald: Die Kipppunkte des Klimawandels
Daten zum Klimawandel: Quellen und Vorgehensweise
Gefragt wird, welche Daten genutzt werden, auf welcher Grundlage die interaktiven Darstellungen beruhen und welche zusätzlichen Berechnungen gegebenenfalls vorgenommen wurden.
Emissionen in Deutschland: Ziele, Treibhausgase und Berechnung
Im Pariser Klimaabkommen von 2015 ist das Ziel verankert, die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen – idealerweise sogar auf 1,5 Grad. Dafür müssen alle Vertragsstaaten nationale Klimaschutzziele formulieren. In Deutschland sind diese Vorgaben im Klimaschutzgesetz geregelt. ZDFheute gleicht die dort festgeschriebenen Ziele für 2030 und 2045 mit der Veränderung der Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 ab. Die Daten werden jedes Jahr aktualisiert.
Die Klimakrise wird nicht nur durch Kohlendioxid verursacht. Auch Methan und andere Gase tragen zum Klimawandel bei. Unter dem Sammelbegriff „Treibhausgase“ werden diese Wirkungen zusammengefasst und führen zum Treibhauseffekt, der die menschengemachte Erderwärmung auslöst. Deshalb sind im deutschen Klimaschutzgesetz von 2019 Ziele für Treibhausgas-Emissionen in sogenannten CO₂-Äquivalenten festgelegt.
Da eine Tonne Methan und eine Tonne Kohlendioxid nicht die gleiche Klimawirkung haben, werden Methan und andere Gase zur Vereinfachung in CO₂-Äquivalente umgerechnet. Das Umweltbundesamt veröffentlicht dafür jährlich neue Daten, darunter eine Schätzung der Emissionen für das jeweils vorangegangene Jahr. Diese Schätzung gilt zunächst als vorläufig und wird später in weiteren Veröffentlichungen nachjustiert. ZDFheute nutzt bereits die Vorjahresschätzung, weil sich daraus wenigstens der Trend – also mehr oder weniger Emissionen – ablesen lässt.
Zur Einordnung vergleicht ZDFheute die absoluten Emissionen in Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten mit dem Ausstoß im Jahr 1990. So wird sichtbar, wie viel weniger Deutschland im Vergleich zu diesem Referenzjahr emittiert. Auch die Ziele im Klimaschutzgesetz orientieren sich am Jahr 1990.
Ausbau erneuerbarer Energien: Solar- und Windleistung sowie Zielpfade
Damit Deutschlands Stromerzeugung klimaneutral wird, ist der Ausbau von Solar- und Windenergie erforderlich. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) übersetzt die Vorgaben der deutschen Klimaschutzziele für 2030 in eine konkrete Leistung, ausgedrückt in Gigawatt. Die Daten werden monatlich aktualisiert.
Für die Begrenzung der Erderwärmung ist entscheidend, von fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Erdgas wegzukommen und auf erneuerbare Energien umzusteigen. In Deutschland spielen dabei vor allem Sonnenenergie (Photovoltaik) sowie Windenergie an Land und auf See die größte Rolle. Das ISE betreibt ein Portal mit Daten zur bislang installierten Leistung und mit Szenarien, wie viel Ausbau künftig nötig ist.
ZDFheute greift auf diese beiden Datensätze zurück, um den Stand beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu bewerten. Dabei werden die monatlich aktualisierten Werte der installierten Leistung von Wind- und Solarkraft den Zielvorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gegenübergestellt. Die Ziele wurden dabei auf einzelne Jahre heruntergebrochen.
Die Kernenergie als emissionsarme Alternative zu Brennstoffen wie Erdöl und Erdgas spielt in manchen Staaten eine wichtige Rolle, etwa in Frankreich. In Deutschland ist das jedoch nicht der Fall, weil die Bundesregierung 2011 den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen hat.
Seit August 2025 berechnet ZDFheute den Fortschritt anhand der gesetzlichen Zielwerte. Ein bisheriger Abgleich mit den Szenarien des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme wurde aus technischen und redaktionellen Gründen beendet.
Temperaturentwicklung in Deutschland: Vergleich mit dem langjährigen Mittel
ZDFheute setzt den aktuellsten Monatswert für Deutschland in Beziehung zum Durchschnitt dieses Monats aus den Jahren 1881 bis 1910. Das Pariser Abkommen zielt darauf ab, die Erderwärmung durch den menschengemachten Klimawandel auf höchstens 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Gemessen wird die Erwärmung im Vergleich zur Temperatur zu Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Zwischen den Aktualisierungen für Deutschland und für den weltweiten Datensatz können – je nach Datenlage – einige Wochen bis Monate liegen.
Zur Einordnung der Klimaentwicklung in Deutschland zeigt ZDFheute, wie sich die Durchschnittstemperatur des letzten vollständig abgeschlossenen Monats im Vergleich zum langfristigen Mittel entwickelt. Der Referenzwert ist der Mittelwert der Temperatur für den jeweiligen Monat über die Periode von 1881 bis 1910. So lässt sich abschätzen, um wie viel die heutige Temperatur vom Niveau zu Beginn der Industrialisierung abweicht.
Die Wissenschaft ist sich einig, dass der überwiegende Teil der menschengemachten Erderwärmung durch die Industrialisierung und die damit verbundene Verbrennung von Kohle sowie anderen fossilen Energieträgern entsteht. Für die Grafik nutzt ZDFheute Zeitreihen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die seit 1880 in sehr verlässlicher Form verfügbar sind. Da diesen Daten ebenfalls wissenschaftliche Modelle zugrunde liegen, handelt es sich um Schätzwerte mit einer gewissen Unsicherheit. Der DWD berechnet diese Unsicherheit für die Angaben nicht.
Temperatur weltweit: globale Monatswerte und Unsicherheiten
ZDFheute vergleicht den neuesten weltweiten Monatswert mit dem Mittelwert dieses Monats aus den Jahren 1881 bis 1910. Ziel des Pariser Abkommens ist es, die menschengemachte Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Auch hier wird die Erwärmung im Vergleich zur Temperatur zu Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts gemessen.
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Zwischen den Aktualisierungen für Deutschland und weltweit kann es aufgrund unterschiedlicher Datenquellen ebenfalls zu Verzögerungen von mehreren Wochen bis Monaten kommen.
Der weltweite Anstieg der Durchschnittstemperatur wird mithilfe von Daten zur Land- und Meeresoberfläche berechnet. ZDFheute nutzt dafür die Datensammlung der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation Berkeley Earth. Dort werden globale Temperaturwerte in einem Datensatz gebündelt, der monatlich aktualisiert wird und bis ins Jahr 1850 zurückreicht.
In diesem Zusammenhang wird üblicherweise die sogenannte Abweichung (Anomalie) der Temperaturen gegenüber einem langjährigen Mittelwert berechnet. Als langjährige Referenz nutzt ZDFheute die durchschnittlichen Monatstemperaturen im Zeitraum 1881 bis 1910. Damit lässt sich abschätzen, wie stark die heutige Temperatur vom Niveau zu Beginn der Industrialisierung abweicht.
Auch bei den weltweiten Reihen gilt: Der Großteil der menschengemachten Erderwärmung wird durch die Industrialisierung und die damit verbundene Verbrennung von Kohle sowie anderer fossiler Brennstoffe verursacht. Da auch hier Modelle in die Berechnung einfließen, handelt es sich um Schätzwerte mit Unsicherheit. Diese ist zu Beginn der Zeitreihe ab 1850 zunächst größer und nimmt im Verlauf deutlich ab. Für die letzten Jahrzehnte liegt sie bei ungefähr einem Zwanzigstel Grad.
Meere: Messung des Meeresspiegels per Satellit
Satelliten messen den Meeresspiegel seit 1993; zuvor wurden Pegel an vielen Orten vor Ort erfasst. Die hier verwendeten Daten bündeln Ergebnisse mehrerer Satellitenmissionen. Grundsätzlich sind Abweichungen nach oben oder unten um etwa 4 Millimeter möglich. Im Vergleich zum globalen Mittel kann der Meeresspiegel an einzelnen Orten jedoch deutlich stärker ansteigen.
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Satelliten können den weltweiten Anstieg des Meeresspiegels sehr genau erfassen. ZDFheute verwendet dafür die Satellitendaten des französischen Nationalen Zentrums für Raumfahrtforschung (CNES). Da die Daten die Resultate mehrerer Missionen zusammenführen, sind sie umfassender als manche anderen Quellen, etwa die Datensätze einer US-Behörde.
Hinweise zur Beteiligung und Kontakt
Abschließend wird um Rückmeldung gebeten: Was hat gefallen, was kann verbessert werden, und welche Zahlen zur Klimakrise fehlen bislang? Die Nachricht soll mit dem Betreff „KlimaRadar“ an [email protected] gesendet werden.
Redaktion: Robert Meyer, Kevin Schubert, Jennifer Werner, Kathrin Wolff. Mitarbeit: Michael Hörz (bis November 2022), Nathan Niedermeier. Design: Jens Albrecht, Luca Zink (im Auftrag des ZDF).