Der republikanische Senator Lindsey Graham hat am Sonntag die Idee bekräftigt, im laufenden Konflikt gezielt Irans Energieinfrastruktur anzugreifen. In einem TV-Interview argumentierte der Politiker aus South Carolina, Verhandlungen seien gescheitert und die USA müssten deutlich härter vorgehen, um Teheran zu schwächen.
Grahams Aussagen zu Iran: „Schwachstelle Energieinfrastruktur“
Graham trat in einem Gespräch mit NBCs „Meet the Press“ auf. Dabei erklärte er, die Gespräche mit Iran hätten „eine Wand“ erreicht. Der US-Senator forderte, dass Washington mehr tun müsse, um das Land weiter zu destabilisieren und zu schwächen.
„Es gibt noch weitere Ziele, die man ins Visier nehmen kann. Und es gibt Dinge, die man tun kann, um ihnen zu schaden“, sagte Graham. Er begründete dies mit dem Bild einer „weichen Flanke“: Die Energieinfrastruktur sei Irans „soft underbelly“. Wenn man die Kampflogik neu ausrichten wolle, sollte Energie demnach ganz oben auf der Liste stehen.
Nachfrage im Interview: Graham bekräftigt Angriffe auf Energieanlagen
Als Kristen Welker nachhakte und um eine genaue Bestätigung bat, ob Graham tatsächlich Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur verlange, zog der Senator seine Position nicht zurück. Im Gegenteil: Er sagte, er rufe dazu auf, „dieses Regime“ zu treffen.
Graham argumentierte, wer „das Gleiche wie bisher“ tue, erziele zwangsläufig „dieselbe“ Folge. Ziel müsse sein, die Führung in Teheran stärker unter Druck zu setzen, damit am Ende vielleicht ein Deal zustande komme. Gleichzeitig warf er Iran vor, die Zeit für sich arbeiten zu lassen: „Ich glaube, sie versuchen, uns auszusitzen. Ich glaube, sie spielen Spiele.“ In den Worten des Senators sei Iran „verrückt“ – angelehnt an eine Formulierung des US-Präsidenten.
Trump-Drohungen und mögliche völkerrechtliche Folgen
Hintergrund der Debatte sind wiederholte Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Irans Energieinfrastruktur bombardieren zu lassen, um die Kapitulation des Regimes zu erzwingen. Im März hatte Trump eine Frist von 48 Stunden gesetzt: Iran sollte die Straße von Hormus wieder öffnen. Dort werden normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert. Andernfalls kündigte er an, die USA würden „verschiedene KRAFTWERKE“ zerstören – „beginnend mit dem größten zuerst“.
Trump hatte zudem angekündigt, Irans Kraftwerke, Ölquellen sowie Entsalzungsanlagen zu vernichten. Solche Anlagen verwandeln salzhaltiges Wasser in Trinkwasser und gelten als entscheidend, um das Leben in der Region zu sichern. Der Text weist jedoch darauf hin, dass gezielte Angriffe auf zivile Einrichtungen – wie bei jeder Attacke auf nichtmilitärische Ziele – nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen gewertet werden könnten.
Auch Iran selbst habe seinerseits gedroht, zivile Infrastruktur anzugreifen. Zudem hätten bereits einige Nachbarstaaten Angriffe abbekommen.
Grahams Einschätzung zur Lage und zum weiteren Kurs
Graham sagte am Sonntag, der aktuelle Zustand schade „uns allen“. Je länger die Straße von Hormus geschlossen bleibe, desto mehr werde der Versuch, einen Deal zu erreichen, der vermutlich nicht zustande komme, den Druck erhöhen – zugleich wachse die Stärke Irans. Seine Schlussfolgerung: Es gebe keinen Hinweis darauf, dass die derzeit Verantwortlichen in Bezug auf das Ziel, die Welt zu terrorisieren, Israel zu zerstören und auf die USA zuzusteuern, anders seien als zuvor.
- Graham bezeichnet den Status quo als schädlich für alle Beteiligten.
- Er argumentiert, längere Schließung der Straße von Hormus mache Iran stärker.
- Er sagt, es gebe keine Anzeichen für einen Richtungswechsel in den Zielen der iranischen Führung.