Kuba warnt nach US-Druck: Selbstverteidigung im Ernstfall angekündigt

Die USA erhöhen nach Darstellung aus Havanna den Druck auf Kuba. Die kubanische Regierung betont zugleich, sie werde im Fall eines Angriffs von ihrem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch machen.

Der stellvertretende Außenminister machte deutlich, wie Kuba einen möglichen Angriff einordnen würde. Im Ernstfall berufe man sich auf das Selbstverteidigungsrecht, weil die USA der Angreifer seien und Kuba das angegriffene Land.

Im Namen der Regierung schrieb Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossio auf der Plattform X, die Vereinigten Staaten seien der Verursacher einer Eskalation. Kuba sehe sich dann als angegriffene Seite und leite daraus das legitime Recht zur Selbstverteidigung ab.

Erwägt Kuba den Einsatz von Drohnen gegen US-Ziele?

Die Erklärung kam im Umfeld von Berichten über mögliche Vorbereitungen Kubas. Ein US-Nachrichtenportal hatte zuvor behauptet, der sozialistisch regierte Inselstaat bereite im Ernstfall den Einsatz von Drohnen gegen Ziele in den USA vor.

Ohne sich direkt auf den Bericht zu beziehen, kritisierte Fernández de Cossio die Bemühungen, einen Angriff der USA auf den Karibikstaat mit „immer unglaubwürdigeren Anschuldigungen“ zu rechtfertigen. Damit stellte er die Darstellung aus Washington in Frage.

At a glance

  • Kuba kündigt im Fall eines US-Angriffs die Berufung auf das Recht zur Selbstverteidigung an.
  • US-Medien berichten über angeblich mehr als 300 erworbene Militärdrohnen.
  • Genannt werden mögliche Ziele wie der US-Stützpunkt Guantánamo Bay, US-Schiffe und Key West.
  • Die USA erhöhen den Druck: Sanktionen und eine Ölblockade werden als zentral genannt.
  • CIA-Chef John Ratcliffe traf in Havanna hochrangige Vertreter und überbrachte eine Trump-Botschaft.

Unabhängig von der Drohnen-Debatte traf sich der Chef der CIA, John Ratcliffe, überraschend in Kuba mit hochrangigen Vertretern. Dabei sei signalisiert worden, die USA seien zu besseren Beziehungen bereit, sofern Kuba grundlegende Veränderungen umsetze.

Auch die kubanische Vertretung in Washington sowie das Außenministerium in Havanna bekräftigten auf X erneut den Anspruch auf Selbstverteidigung. Mit Vorwänden und falschen Behauptungen, so die Darstellung, werde die „logische Vorbereitung“ auf einen möglichen Angriff als etwas Außergewöhnliches dargestellt.

Kubanische Botschaft in den USA

Erst nach dem Aufruf werden laut eingeblendeter Information Bilder und weitere Daten von X nachgeladen. Dabei werde die IP-Adresse an externe Server des Social-Media-Anbieters übertragen; Hinweise zum Datenschutz seien auf der Plattform abrufbar. Für spätere Besuche könne die Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen gespeichert und jederzeit im Bereich „Meine News“ widerrufen werden.

Bericht: Mehr als 300 Militärdrohnen in kubanischem Bestand

Nach einem Bericht verfügen die kubanischen Streitkräfte demnach über mehr als 300 Militärdrohnen. Zudem heißt es, Kuba habe begonnen, Pläne zu erörtern, diese im Ernstfall für Angriffe auf den US-Stützpunkt Guantánamo Bay sowie auf US-Militärschiffe einzusetzen.

Als weiteres mögliches Ziel wird Key West im US-Bundesstaat Florida genannt. Die Stadt liegt den Angaben zufolge nur etwa 170 Kilometer von Havanna entfernt; die US-Angaben stützten sich dabei auf vorliegende Geheimdienstinformationen.

Gleichzeitig verschärft sich die Lage im Land: Wegen der US-Blockade erhalte Kuba seit Monaten keine Öllieferungen. Es gebe kaum Treibstoff und Strom, und nun drohe auch die Tourismusbranche einzubrechen.

Die Informationen könnten als Rechtfertigung für eine militärische Aktion dienen, so die Deutung eines hochrangigen US-Vertreters. Er wird mit der Einschätzung zitiert, dass Washington die kubanische Regierung in besonderer Weise als Bedrohung einordne.

Neben der Drohnenfrage begründete er demnach auch mit der Präsenz iranischer Militärberater in Havanna. Zugleich schreibt das Portal jedoch, US-Beamte gingen nicht davon aus, dass Kuba aktiv plane, US-Interessen anzugreifen.

Vielmehr deute der Geheimdienststand darauf hin, dass kubanische Militärverantwortliche Pläne zum Drohneneinsatz für den Fall möglicher Feindseligkeiten besprochen hätten.

Die US-Sanktionen treffen Kuba hart: Es kommt zu Stromausfällen, Benzin ist knapp, auch bei Lebensmitteln und Trinkwasser zeigt sich ein Mangel. Trotz dieser Belastungen wird zugleich eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit des Landes betont.

CIA-Chef Ratcliffe in Kuba – mit Botschaft von Trump

Während die Spannungen zwischen beiden Staaten weiter zunehmen, reiste der CIA-Chef John Ratcliffe am Donnerstag nach Havanna. Der Besuch fand in einem Moment statt, in dem die politische und sicherheitspolitische Lage beider Seiten stark aufgeladen ist.

Bei seinem Aufenthalt überbrachte Ratcliffe nach Angaben eines CIA-Vertreters, der nicht namentlich genannt werden wollte, eine Botschaft von US-Präsident Donald Trump. Demnach seien die USA nur dann zu einem „ernsthaften Engagement“ in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen bereit, wenn Kuba grundlegende Änderungen vornimmt.

Trump setze den Druck zudem durch eine Reihe neuer Sanktionen und eine Ölblockade fort. Ziel sei es, einen wirtschaftlichen und politischen Wandel in eine Richtung zu forcieren, die den Interessen der USA dient.