Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky zeigt sich kurz vor der Abstimmung am Dienstag zuversichtlich und deutet in einem TV-Interview an, seine Kontrahenten stünden unter Zugzwang. Hintergrund sind anhaltende Angriffe von Präsident Donald Trump über den Kurznachrichtendienst Truth Social sowie eine umkämpfte Vorwahl in Kentucky.
Key takeaways
- Thomas Massie sagte im US-Fernsehen, er sei in den Umfragen vorn und seine Gegner wirkten „verzweifelt“.
- Präsident Trump hatte am Samstag in einer Vorwahl einen Erfolg erzielt und damit zugleich einen möglichen GOP-Zusatzwahlkampf in Louisiana verhindert.
- Trump kündigte an, Massie als nächsten politischen Gegner ins Visier zu nehmen; Massie sitzt seit 2012 im Repräsentantenhaus.
- Der Präsident unterstützt in Kentucky Ed Gallrein; die Vorwahl gilt als die teuerste Haus-Vorentscheidung in der Geschichte der USA.
- Massie griff die Debatte um die Finanzierung eines neuen Weißen Hauses-Saals auf und machte dafür vor allem Spendenströme zugunsten seines Rivalen verantwortlich.
Massie blickt optimistisch auf die Vorwahl am Dienstag
Obwohl Präsident Donald Trump weiterhin über Truth Social Aussagen veröffentlichte, die sich gegen Thomas Massie richten, äußerte der Abgeordnete am Sonntag Vertrauen in den Ausgang der Vorwahl am Dienstag. In einem Gespräch bei ABCs „This Week“ sagte Massie mit Blick auf die Angriffe seiner Gegenseite: Man könne erkennen, dass er in den Umfragen vorne liege und seine Kontrahenten unter Druck stünden.
Für seinen erwarteten Wahlausgang nannte Massie mehrere Faktoren. Er verwies auf Unterstützung aus dem eigenen politischen Umfeld und betonte zugleich, dass er bei der Mittelbeschaffung über erhebliche Ressourcen verfüge. Gegenüber Moderator George Stephanopoulos erklärte er, „Millionen“ seien aus der Basis in seine Kampagne geflossen, dazu kämen „zehntausende“ Beitragszahler über seine Website thomasmassie.com – und dieser Zustrom halte weiterhin an. Genau darauf wolle er setzen, um seine Rivalen zu schlagen.
Trump setzt Vorwahl-Erfolg fort und richtet sich auf Massie
Während Massie seine Chancen in Kentucky herausstellte, hatte Trump bereits am Samstag einen Vorwahlsieg verbucht. Er trat gegen Senator Bill Cassidy an, der im Rennen um den Senatssitz in Louisiana den dritten Platz belegte. Damit entfällt für Cassidy die Teilnahme an einer späteren GOP-Zusatzwahl.
Als nächstes, so steht es im politischen Fahrplan des Präsidenten, soll Massie folgen. Der Abgeordnete wird seit 2012 im US-Repräsentantenhaus vertreten und gilt damit als langjähriger Akteur auf Bundesebene.
Trump unterstützt indes Ed Gallrein in der Kentucky-Vorwahl. Dieses Rennen wird als besonders kostenintensiv beschrieben und als teuerste Vorentscheidung für ein Mandat im Repräsentantenhaus in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Am Sonntagmorgen verschärfte Trump seine Kritik an Massie in einem weiteren Post: Massie wurde als „der schlechteste Republikaner im Kongress der Geschichte“ bezeichnet. Trump forderte die Wähler in Kentucky auf, Massie am Dienstag aus dem Amt zu wählen („vote the bum out“), und begründete dies damit, man könne den „Störenfried“ nicht weitere zwei Jahre ertragen.
Auseinandersetzung um Finanzierung eines Weißen Hauses-Saals
Neben dem Schlagabtausch über den Wahlkampf griff Massie auch eine Debatte über die Finanzierung eines neuen Ballsaals im Weißen Haus auf. Er stellte dabei die Erklärung in den Raum, dass Trumps bisherige Geldgeber nicht mehr in die Finanzierung eingerechnet würden, weil sie inzwischen so stark in den Versuch investierten, Massie aus dem Rennen zu drängen.
„Miriam Adelson hat so viel Geld für meinen Gegner gegeben, dass sie statt den Saal zu bezahlen nun Steuergelder dafür brauchen“, sagte Massie. Damit verband er die Frage nach der Mittelherkunft direkt mit dem politischen Kampf um die Abwahl in Kentucky.