Georgia: Republikaner steuern auf Stichwahl zwischen Collins und Dooley zu

Das Ergebnis verlängert einen erbitterten parteiinternen Machtkampf in Georgia und bremst die Republikaner dabei, ihre Angriffe auf den demokratischen Senator Jon Ossoff für den Wahlkampf im November zu bündeln.

Links: Mike Collins bei „Turning Point USA’s AmericaFest 2025“ in Phoenix am 20. Dezember 2025. Rechts: Derek Dooley bei einem Wahlauftritt am Farmview Market in Madison, Georgia, am 8. Mai 2026. (Ross D. Franklin/AP; Arvin Temkar/Atlanta Journal-Constitution via AP)

Quick facts

  • Mike Collins und Derek Dooley haben in der republikanischen Senatsvorwahl in Georgia das Rennen in einen Stichentscheid gebracht.
  • Der Stichentscheid verzögert den Wahlkampf gegen den demokratischen Senator Jon Ossoff.
  • Die Konstellation verschärft den Konflikt zwischen dem Lager von Donald Trump und dem Kurs von Gouverneur Brian Kemp.
  • Collins und Dooley treten erneut am 16. Juni gegeneinander an.
  • Ossoff gilt in frühen Szenario-Umfragen gegen beide Republikaner als vorn.
  • Für den Herbst werden besonders hohe Ausgaben erwartet: Senate Leadership Fund startet mit 44 Millionen US-Dollar, Senate Majority PAC mit 20 Millionen US-Dollar.

Der Republikanerabgeordnete Mike Collins und der frühere Football-Trainer Derek Dooley setzten sich in der Vorwahl durch und ziehen in den Stichentscheid ein. Damit bleibt die Entscheidung darüber, wer im November gegen den demokratischen Senator Jon Ossoff antritt, länger offen als ursprünglich erwartet.

Für die Republikaner bedeutet das: Es folgt ein weiterer Monat voller Streit innerhalb der eigenen Reihen. Gleichzeitig kann Ossoff, der bereits über eine sehr hohe Wiedererkennbarkeit verfügt und laut den Angaben mit 31 Millionen US-Dollar und weiterlaufenden Mitteln in seinem Warchest startet, seine Ressourcen weiter aufbauen und sichern.

Trump gegen Kemp: Stellvertreterkampf zeichnet sich ab

Die neue Lage stellt zudem eine Art Stellvertreterduell zwischen Präsident Donald Trump und dem republikanischen Gouverneur Brian Kemp in den Raum. Trump gilt als enger Verbündeter von Collins und positioniert sich damit auf dessen Seite, während Kemp Dooley für die Nominierung unterstützt hatte.

Dooley hatte laut den Angaben vor dem Wahltag in Umfragen auf dem dritten Platz gelegen. Kurzfristig drehte sich dann jedoch die Dynamik, nachdem er sich stärker als politischer Außenseiter inszeniert und dabei auf seine Verbindungen zu Kemp gesetzt hatte.

Das Ausgangsszenario erhöht den Druck auf Trump. Zwar unterstützte er im Vorfeld der Vorwahl keinen der Kandidaten ausdrücklich, doch im Stichentscheid könnte eine offizielle Unterstützung für ihn entscheidend sein. Hintergrund: In einem zweiten Wahlgang sind viele Wählerinnen und Wähler erfahrungsgemäß besonders engagiert, was die Wirkung einer Präsidialendorsements verstärken kann.

Parteikämpfe und Zweifel an der nationalen Ausrichtung

Die Vorwahl war von innerparteilichem Streit geprägt. Zugleich wuchsen bei Teilen der staatlichen Republikaner die Sorgen, dass die nationale GOP ihre Aufmerksamkeit zunehmend auf andere umkämpfte Bundesstaaten verlagert – statt den Fokus auf Georgia zu legen.

Ein Stichentscheid war in den letzten Wochen des Vorwahlkampfs nahezu unausweichlich. Die Umfragen zeigten bei keinem der Kandidaten Werte nahe der Schwelle von 50 Prozent, die für einen sofortigen Sieg nötig gewesen wäre.

Collins und Dooley werden sich erneut am 16. Juni gegenüberstehen. Das Ergebnis vom Dienstag deutet allerdings darauf hin, dass Collins in dieser erneuten Konfrontation einen Vorteil haben könnte.

Frühe Prognosen für den Herbst

Erste öffentliche Erhebungen zu möglichen Duellen im allgemeinen Wahlgang sprechen dafür, dass Ossoff sowohl gegen Collins als auch gegen Dooley vorne liegt. Damit bleibt der demokratische Amtsinhaber im Blick vieler Beobachter auch nach dem Vorwahlresultat der Favorit.

Für die allgemeine Wahl wird zudem ein besonders teurer Wahlkampf erwartet. Der GOP-nahe Senate Leadership Fund hat bereits eine erste Summe von 44 Millionen US-Dollar für die Zeit bis zum Herbst zugesagt. Auf der demokratischen Seite hat der Senate Majority PAC kürzlich 20 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt.