DR Kongo plant trotz Ebola-Reiseauflagen WM-Trip in die USA weiter

Wenige Monate vor dem ersten FIFA-Weltmeisterschaftsturnier mit 48 Teams stehen die Organisatoren vor einer zusätzlichen Bewährungsprobe: Die Demokratische Republik Kongo will ihre Nationalmannschaft trotz verschärfter Gesundheitsauflagen im Zusammenhang mit einem Ebola-Ausbruch in Zentralafrika für das Turnier in den USA fit machen – allerdings mit Änderungen am Trainingsplan.

Hintergrund: Gesundheitslage und neue Reiseauflagen

Die Weltmeisterschaftsverantwortlichen müssen vor allem klären, wie die Auswahl der Demokratischen Republik Kongo für Trainingsaufenthalt und Spiele sicher in die Vereinigten Staaten gelangt. Anlass sind erhöhte öffentliche Gesundheitsvorgaben, die an die Ebola-Situation in Teilen Zentralafrikas gekoppelt sind.

Die Lage verschärfte sich, nachdem die Weltgesundheitsorganisation Ebola zu einer internationalen gesundheitlichen Notlage erklärt hatte. Zusätzlich verhängte das Center for Disease Control and Prevention (CDC) eine 30-tägige Reisebeschränkung für Menschen ohne US-Pass, die sich in den vorangegangenen 21 Tagen in der Demokratischen Republik Kongo, in Uganda oder im Südsudan aufgehalten hatten.

Was passiert ist: Kinshasa fällt aus, Vorbereitung geht weiter

  1. Die kongolesische Mannschaft hatte vorgesehen, sich am 24. Mai in Kinshasa zu sammeln, um anschließend Richtung Europa aufzubrechen.
  2. Für den 26. Mai war in Kinshasa eine öffentliche Trainingseinheit im Tata-Stadion geplant.
  3. Am 27. Mai sollte ein gecharterter Flug die Mannschaft nach Europa bringen.
  4. Aufgrund der geltenden Gesundheitsauflagen wurde der Teil des Vorbereitungscamps, der in Kinshasa stattfinden sollte, abgesagt.
  5. Die Spieler und das Betreuerteam befinden sich den Angaben zufolge derzeit außerhalb des Landes, nachdem sie am Wochenende Spiele bestritten hatten.
  6. Die Vorbereitung soll später im Monat in Europa beginnen, während die Mannschaft danach weiter nach Texas reist.

Die Mannschaft hatte zudem laut Teamangaben einen der letzten Plätze für die Weltmeisterschaft erhalten und ihren Kader bereits in der laufenden Woche bekanntgegeben.

Ein Sprecher des kongolesischen Teams erklärte, das Trainingsprogramm werde wie geplant in Europa sowie in Houston fortgesetzt. Nur der Abschnitt in Kinshasa falle wegen der Gesundheitsauflagen aus.

Reise und Spielplan: Ankunft in Texas, Auftakt in Houston

Für das weitere Vorgehen arbeiten die US-Regierung und die FIFA daran, die Einreise der kongolesischen Nationalmannschaft in die Vereinigten Staaten sowohl für das Trainingslager als auch für die Turnierbegegnungen zu ermöglichen.

Satish Pillai, Incident Manager für die Ebola-Reaktion beim CDC, sagte in einem Gespräch mit Journalisten, man arbeite aktiv mit der FIFA daran, eine sichere Reise und einen sicheren Aufenthalt zu gewährleisten und gleichzeitig sicherzustellen, dass sowohl Reisende als auch die Bevölkerung in den USA geschützt bleiben.

Die Mannschaft wird den Erwartungen zufolge um den 10. Juni in Houston eintreffen, um dort das Vorbereitungslager fortzusetzen. Das erste Spiel der Auswahl ist für den 17. Juni in Houston angesetzt – Gegner ist Portugal. Anschließend trifft die Mannschaft in Guadalajara auf Kolumbien und in Atlanta auf Usbekistan.

Auswirkungen für Fans: Visa und Nachweise

Für Fans aus der Demokratischen Republik Kongo, die bereits ein Visum erhalten haben, gilt: Sie müssen beim Eintritt in die USA einen Nachweis vorlegen, dass sie in den 21 Tagen vor der Einreise nicht in der Demokratischen Republik Kongo, in Uganda oder im Südsudan waren. Damit wird den CDC-Vorgaben entsprochen.

Wer noch kein Visum hat, könnte hingegen auf größere Hürden stoßen. Hintergrund: Die US-Botschaft in der Demokratischen Republik Kongo hat vorübergehend sämtliche Visa-Dienstleistungen für Einwanderungs- und Nicht-Einwanderungsanträge ausgesetzt.

Reaktion der FIFA und Koordination mit Behörden

Die FIFA erklärte, sie stehe in engem Austausch mit den Verantwortlichen im kongolesischen Fußball sowie mit zuständigen Stellen des öffentlichen Gesundheitswesens. Die Organisation betonte, sie beobachte die Entwicklung im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch und stelle sicher, dass das Team über alle medizinischen und sicherheitsbezogenen Hinweise informiert ist.

Darüber hinaus arbeitet die FIFA den Angaben zufolge mit den Regierungen der drei Gastgeberländer der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zusammen – einschließlich des US-Außenministeriums, des CDC sowie des Heimatschutzressorts. Hinzu kommen die Gesundheitsbehörden in Mexiko und Kanada sowie die Weltgesundheitsorganisation. Ziel sei es, ein sicheres und geordnetes Turnier zu gewährleisten, wobei die Gesundheit aller Beteiligten weiterhin Priorität habe.

Ein weiterer Belastungstest für die US-Planung

Die gesundheitliche Krise stellt für US-Behörden und FIFA-Organisatoren eine zusätzliche Herausforderung dar. Bereits jetzt müssen sie mit einem breiten Spektrum an diplomatischen, einreise- und sicherheitsbezogenen Fragen umgehen – und zwar im Vorfeld des ersten Weltmeisterschaftsturniers mit 48 Teams, das erstmals gleichzeitig in den Vereinigten Staaten, in Mexiko und in Kanada ausgetragen wird.

In den vergangenen Monaten hatten die Organisatoren sich unter anderem mit geopolitischen Spannungen rund um den Iran-Konflikt beschäftigt und Vorbereitungen für mögliche Sicherheitsrisiken getroffen. Nun kommt die Frage hinzu, wie das Turnier angesichts einer sich verändernden internationalen Gesundheitslage durchgeführt werden kann.

Die Gesundheitsbehörde von Houston verwies für eine Stellungnahme an FIFA und CDC. Ein Sprecher der White-House-FIFA-Taskforce sagte, die US-Regierung koordiniere ressortübergreifend.

Die Taskforce erklärte, ihre oberste Priorität bestehe darin, eine sichere, geschützte und zugleich offene Weltmeisterschaft für Athletinnen und Athleten, Fans sowie Besucher sicherzustellen. Dafür führe man eine bislang beispiellose Koordination zwischen mehreren Bundesbehörden durch und arbeite eng mit Stellen zusammen, die für öffentliche Gesundheit, Sicherheit und Ordnung zuständig sind.