Benzin teurer: Inflation zieht weiter an – Energie treibt Preise nach oben

Der Preis für Benzin ist inzwischen über die Marke von 4,50 US-Dollar pro Gallone gestiegen. Das entspricht einem Plus von nahezu 1,40 US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr.

Während der Präsident am Freitag, dem 27. Februar 2026, in Corpus Christi (Texas) ein Whataburger-Restaurant besuchte, richtete Energieminister Chris Wright den Blick auf die Szene. Der Besuch steht vor dem Hintergrund wachsender politischer Belastungen durch die Lebenshaltungskosten.

Die Inflation hat sich im April so dynamisch entwickelt wie zuletzt seit fast drei Jahren nicht mehr. Besonders spürbar waren die Zuwächse bei Treibstoff und Lebensmitteln, die nach Angaben mit dem Krieg im Nahen Osten zusammenhängen. Die Preissteigerungen wirkten sich damit unmittelbar auf den Alltag vieler Haushalte aus.

Das Arbeitsministerium meldete am Dienstag einen Anstieg des Verbraucherpreisindex (CPI) um 3,8 Prozent im Jahresvergleich. Damit wurde der höchste Stand seit Mai 2023 erreicht. Mehr als 40 Prozent des Anstiegs seien auf höhere Energiekosten zurückzuführen. Auch Lebensmittel in Supermärkten und in Restaurants legten weiter zu, und die Kosten für Wohnen stiegen deutlich. Die sogenannte Kerninflation, die Lebensmittel und Energie ausklammert, erhöhte sich dagegen weiterhin, aber moderater, mit einer Rate von 2,8 Prozent.

Die schnelle Zunahme der Ausgaben stellt für das Weiße Haus und die Republikaner eine politische Herausforderung dar, gerade weil die Vorbereitungen auf eine harte Phase im Wahlkampf zur Zwischenwahl laufen. Dort dürften Fragen der Erschwinglichkeit besonders im Mittelpunkt stehen. Eine neue Erhebung, die im Auftrag einer großen US-Fernsehgesellschaft durchgeführt und von einem Meinungsforschungsinstitut ausgewertet wurde, kam zu dem Ergebnis, dass lediglich 30 Prozent der Befragten mit Trumps Wirtschaftspolitik zufrieden sind. In diesem Bereich hatte der Präsident vor seinem zweiten Amtsabschnitt über deutlich mehr Zustimmung verfügt. Zugleich ist die Mehrheit der Meinung, dass der Krieg mit dem Iran sich negativ auf die eigene finanzielle Lage auswirkt: 75 Prozent der Befragten äußerten diese Auffassung.

„Die heutigen Inflationszahlen bestätigen, was jeder sehen kann: Die Kosten geraten außer Kontrolle, und Präsident Trump trägt die Verantwortung“, sagte der demokratische Abgeordnete Brendan Boyle aus Pennsylvania, der als ranghöchstes Mitglied im Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses fungiert.

Aus dem Weißen Haus hieß es dagegen, die Regierung halte an Trumps Einschätzung fest, wonach die Störungen infolge des Konflikts nur vorübergehend seien. In einer Stellungnahme verwies die Sprecherin Kush Desai darauf, dass Trumps langfristige wirtschaftliche Agenda weiterhin Ergebnisse liefere.

Desai führte außerdem an, dass ein jünglicher Rückgang bei Kosten für Krankenhausleistungen sowie bei Arzneimitteln auf Trumps gesundheitspolitische Vorhaben zurückzuführen sei. Zugleich betonte die Verwaltung, man bleibe „fokussiert wie ein Laser“ darauf, Wachstum und bezahlbare Lebensführung im Inland voranzutreiben, während parallel daran gearbeitet werde, die nukleare Bedrohung durch den Iran zu beseitigen.

In den vergangenen Wochen konnte Trump sich zudem auf positive Konjunkturmeldungen stützen, wonach es der Wirtschaft gelungen sei, eine Belastung durch die globalen Energieverwerfungen weitgehend abzufedern. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal mit einer Jahresrate von 2 Prozent. Das war eine Verbesserung gegenüber dem schwachen Tempo der Expansion, das am Jahresende 2025 gemeldet worden war. Darüber hinaus hätten zwei aufeinanderfolgende Berichte über neue Stellen die Erwartungen übertroffen, was die Hoffnung auf eine Erholung am Arbeitsmarkt gestärkt habe. Diese Widerstandskraft habe jedoch bislang kaum dazu geführt, dass sich Trumps politische Position bei den Wählerinnen und Wählern spürbar verbessert habe. Dass es der Republikanischen Partei nicht gelungen sei, die Bevölkerung bei den Themen „Geldbeutel“ zu überzeugen, schwäche nach Einschätzung vieler Beobachter die Chancen der Partei bei der Zwischenwahl.

Die nahezu geschlossene Passage durch die Straße von Hormus hat laut Berichten Lieferketten für rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gasförderung sowie für weitere Rohstoffe beeinträchtigt. Dazu zählen Vorprodukte, die etwa für die Herstellung von Lebensmitteln, Halbleiterbauteilen und Kunststoffen entscheidend sind.

Der Benzinpreis hat sich derweil weiter nach oben bewegt: Über 4,50 US-Dollar pro Gallone – das sind nahezu 1,40 US-Dollar mehr als vor einem Jahr. Auch Branchenkenner rechnen damit, dass die Kraftstoffkosten hoch bleiben, selbst wenn sich der Verkehr in der Region wieder beschleunigt. Vertreter von Golfstaaten warnten zudem, dass der Wiederaufbau beschädigter Energieleitungs- und Infrastrukturen Monate oder sogar Jahre dauern könne.

Weder die Freigaben aus strategischen Erdölreserven noch die Entlastungen durch Sanktionserleichterungen für russische und iranische Ölangebote hätten die Preissprünge bislang ausreichend stoppen können. Trump hatte am Wochenende zudem angedeutet, über eine Entlastung bei der Erhebung von Bundes-Kraftstoffsteuern nachzudenken. Eine solche Idee findet bei rechtsgerichteten populistischen Kreisen bereits Zuspruch – etwa bei Senator Josh Hawley aus Missouri.

Doch die Probleme bei der Bezahlbarkeit waren nicht erst entstanden, als die Wähler immer wieder die steigenden Preise an der Tankstelle vor Augen hatten. Auch die umfassendere Agenda der Regierung zur Kostensenkung im Alltag – darunter Maßnahmen gegen hohe Arzneimittelpreise und Reformen im Wohnungsmarkt – habe bisher keine durchschlagende Wirkung entfaltet.

Der CPI-Bericht vom Dienstag enthielt allerdings Hinweise darauf, dass zoll- bzw. tarifbedingte Preiserhöhungen sich inzwischen wieder abgeschwächt hätten. Das zeige sich besonders bei bestimmten Waren wie etwa Möbeln für das Zuhause. Der starke Anstieg der Wohankosten sei zudem zu einem erheblichen Teil auf statistische Verzerrungen zurückzuführen. Diese waren entstanden, als im vergangenen Jahr durch die Regierungsstilllegung die Arbeitsabläufe im Arbeitsmarkt- und Statistikamt (Bureau of Labor Statistics) gestört wurden.

Trotz dieser Einordnungen sei die Entwicklung der Gesamtinflation „für die Geldbeutel der Verbraucher sehr wichtig“, sagte Matt Bush, Managing Director für makroökonomische Forschung und Marktstrategie bei Guggenheim Partners. Das könne sich künftig als Belastung für das Wachstum des realen Einkommens auswirken und zugleich ein Risiko für die Konsumneigung darstellen.