Britischer Arbeitsminister aus Protest gegen Sozialkürzungen zurückgetreten

0
517
Iain Duncan Smith
Iain Duncan Smith

Beobachtet man aufmerksam die deutschen Medien und nutzt nur ein bisschen seines Verstandes, so könnte man ernsthaft meinen, es gibt sie nicht mehr: Minister mit Rückgrat, die noch für das einstehen, was sie gesagt haben, egal wo der Wind her weht und nicht ihr tägliches Fähnchen-in-den-Wind-hängen-Spiel betreiben.

Der britische Minister für Arbeit und Renten, Iain Duncan Smith, ist am Freitag zur Überraschung aller zurückgetreten. In einem gepfefferten Brief machte er Finanzminister George Osborne für seine Entscheidung verantwortlich. Er könne dessen Pläne, die Sozialleistungen für Behinderte zu kürzen, nicht mittragen, zumal der Haushalt gleichzeitig gutverdienende Steuerzahler begünstige, erklärte Smith. Das Ziel der Regierung, das Defizit bis zum Jahr 2020 zurückzufahren, werde mehr und mehr als rein politische Entscheidung angesehen und nicht als ein Ziel im Interesse der „nationalen Wirtschaft“, schrieb Smith weiter.

Ich bin wirklich nachhaltig beeindruckt: ein Minister, der seine Konsequenzen aus einer Politik gegen das Volk zieht und nicht mehr mitmacht. Ich stelle es mir gerade einmal für Deutschland vor: ein Minister / eine Ministerin die sich aufregt, weil es 350.000 Arbeitslose gibt, weil niemand etwas für die Renten und die Sicherheit der eigenen Bürger tut, jemand der gegen eine bürgerfeindliche Politik protestiert und daraus seine Konsequenzen als Volksvertreter zieht – ich ziehe meinen Hut.

In Deutschland gibt es das nicht, gestern Familienministerin, heute Verteidigungsministerin oder: vorgestern Minister für besondere Aufgaben, dann Innenminister und heute Finanzminister. Egal was, Hauptsache man tut seinen Lobbyisten-Freunden weiterhin Gefallen, schaufelt an der nächsten Million, poliert jeden Tag das eigene Ego auf und kommt stolz wie Bolle nach Hause, bewundert von den vom Volk bezahlten Chauffeuren, Sicherheitsmitarbeitern, Hausbediensteten und freut sich, was für ein toller Typ man doch ist. In Deutschland merkt man niemandem an, das er seinen Beruf als Volksvertreter ernst nimmt, es wird darüber gesprochen was gerade anliegt, Hauptsache der Posten ist gesichert und man muß nicht zu seiner Meinung stehen. Leute wie Peter Altmaier, der einfach nur 1:1 nachplappert was Merkel sagt, Leute wie Heiko Maas, der sich zu allem äußert, nur nicht zu seinem Ressort ( und wenn, deckt er eigene Unzulänglichkeiten und Inkompetenzen auf ), irgendwelche rot-grün-verblendeten Linken, die von morgens bis abends Oppositionspolitik betreiben, aber keine eigenen Vorschläge haben,  einfach gegen alles sind, Hauptsache sie können abends in ihrer Kommune sagen, sie hätten ihre rebellische Ader behalten und würden den Geist aus den 60er und 70er Jahren fortführen, nur das heute alles exzellent vom naiven Bürger bezahlt wird. Kurz nebenbei: war das eigentlich selbstverdientes Geld, was Volker Beck für Chrystal Meth ausgegeben hat?

Ich bin nun wahrhaftig kein Freund linker Politiker, aber mir fällt gerade Herbert Wehner ein, ein leidenschaftlicher Verfechter seiner Thesen, der auch mit klaren Worten und ohne Rücksicht auf Ordnungsrufe seine Ideen und seine Politik vertreten hat.

In Deutschland treten Politiker nur zurück, wenn sich ihre Doktorarbeiten als Plagiate entlarven, sie mit Drogen erwischt werden, Kinderpornos im Bundestag herunterladen, sie Wort brechen, nur um an der Macht zu bleiben, sie Flugmeilen en Masse einstreichen etc. Niemand mehr mit Rückgrat, der zu seinem Wort steht, der (volksnahe) Ideale hat und sich  als Vertreter des Volkes versteht, und gegebenenfalls die Konsequenzen aus Vetternwirtschaft, Machtgeilheit, grenzenloser Selbstdarstellung und Inkonsequenz zieht.

Man kann nur seinen Hut vor Ian Duncan Smith ziehen und ihm höchsten Respekt zollen!



Loading...