Putzfrau weist Sigmar Gabriel zurecht

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Es ist Montagvormittag, und Sigmar Gabriel muss sich allerhand anhören. Susanne Neumann, Reinigungsfachkraft – „Putzfrau“, wie sie selbst sagt – macht ihrem Ärger Luft. Seit vier Wochen ist sie SPD-Mitglied. Jetzt steht sie mit Gabriel auf einem Podium im Willy-Brandt-Haus und kündigt an, Tacheles zu reden.

Dieses Versprechen löst Neumann in der folgenden Viertelstunde ein. „Wie wir unter den Folgen von Schröder leiden!“, hält sie ihrem Parteivorsitzenden Gabriel und den Gästen der „Wertekonferenz Gerechtigkeit“ entgegen. Die „Mädels und Jungs“, die Malocher in der Reinigungsbranche, würden nur auf sechs Monate befristet eingestellt. Krankheit? Gewerkschaftsmitgliedschaft? In diesen Fälle werde ihr Vertrag beendet.

„Warum soll ich eine Partei wählen, die mir das eingebrockt hat?“, fragt Susanne Neumann. Über „Scheißverträge“ bei der Leiharbeit klagt sie noch. Sie berichtet von „meinen Jungs vom Bau“, die nicht bis zum 67. Lebensjahr arbeiten könnten, und nennt dann noch die Höhe ihrer Rente: 725 Euro, nach 38 Jahren Putzen, „und ich habe nie einen Pfennig vom Staat bekommen“.

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Spürnase: Roland

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