Die US-Behörden schränken vorübergehend die Einreise in die Vereinigten Staaten für bestimmte Reisende ein, die sich in Regionen aufgehalten haben, in denen ein Ebola-Ausbruch läuft oder ein Kontakt mit dem Erreger möglich gewesen sein könnte. Die Maßnahme betrifft insbesondere Personen ohne US-Pass, während sie für bestimmte Personengruppen mit rechtmäßigem Status nicht gilt.
Quick facts
- Die CDC setzt die Einreisebeschränkungen für 30 Tage aus.
- Betroffen sind Reisende ohne US-Pass, die sich in den vergangenen 21 Tagen in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo oder Südsudan aufgehalten haben.
- US-Bürger, US-Staatsangehörige und rechtmäßige Daueraufenthaltsberechtigte sind von der Regel ausgenommen.
- Die zuständige Behörde stuft das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in den USA weiterhin als gering ein.
- Die Weltgesundheitsorganisation hat den Ausbruch als „öffentliche Gesundheitsnotlage von internationaler Tragweite“ eingestuft.
Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) stoppen die Einreise in die USA vorerst für 30 Tage für Flugreisende, die zuvor Gebiete besucht haben, in denen ein laufender Ebola-Ausbruch gemeldet ist. Von der Regel ausgenommen sind Rückkehrer, die US-Bürger, US-Staatsangehörige oder rechtmäßige Daueraufenthaltsberechtigte sind.
Die CDC kündigte die Einschränkung am Montag an und erklärte, sie betreffe „Einreisebeschränkungen“ für Passagiere ohne US-Pass. Voraussetzung für die Anwendung ist ein Aufenthalt in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo oder Südsudan innerhalb der vorherigen 21 Tage. Die Regel wird unter einer Anordnung nach „Title 42“ umgesetzt, die es den USA erlaubt, bestimmte Personen vom Zutritt abzuhalten, um die öffentliche Gesundheit zu schützen. Die Einschränkung soll für einen Monat gelten.
Einordnung zu früheren Reisewarnungen
Die Behörde veröffentlicht regelmäßig Empfehlungen für Reisen während Ausbrüchen von Infektionskrankheiten. Im Jahr 2024 hatte die CDC US-Reisende dazu aufgefordert, ihre Pläne für Fahrten nach Ruanda angesichts der dortigen Ausbreitung des tödlichen Marburg-Virus zu überdenken. Gleichzeitig verhinderte sie nicht die Einreise von Personen, die Ruanda besucht hatten.
Auch im Jahr 2022, während eines Ebola-Ausbruchs in Uganda, hatte die Biden-Regierung Passagiere aus dem ostafrikanischen Land auf bestimmte Flughäfen umgeleitet, an denen zusätzliche Gesundheitskontrollen möglich waren. Eine generelle Einschränkung der Einreise für Nicht-US-Bürger, die aus dem betroffenen Gebiet kamen, blieb dabei jedoch aus.
Neuer Fall und Behandlung in Europa
Die aktuellen Einschränkungen fallen auf denselben Tag, an dem die CDC in einem Telefonat mit Journalisten bestätigt hatte, dass ein Amerikaner positiv auf Ebola getestet wurde. Der Betroffene sei im Rahmen seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo exponiert gewesen, erklärte Satish K. Pillai, Einsatzleiter für die Ebola-Reaktion der CDC.
Der Mann werde zur Behandlung nach Deutschland gebracht, ergänzte Pillai. Er verwies dabei auf die kürzere Flugzeit und auf die „vorherige Erfahrung“ Deutschlands in der Versorgung von Ebola-Patienten.
Parallel dazu fährt die CDC die Überwachung und Kontrolle von Menschen hoch, die aus Ebola-Ausbruchszonen kommen. Die Behörde arbeitet demnach mit Fluggesellschaften, internationalen Partnern sowie Verantwortlichen an den jeweiligen Grenzübergängen zusammen, um Personen zu identifizieren, bei denen eine mögliche Exposition vorliegen könnte.
Die CDC hält ungeachtet der Maßnahmen fest, dass das Risiko für die allgemeine Bevölkerung in den USA weiterhin als niedrig eingeschätzt wird.
WHO stuft Ausbruch als internationale Notlage ein
Am Wochenende hatte die Weltgesundheitsorganisation den Ausbruch als „öffentliche Gesundheitsnotlage von internationaler Tragweite“ eingestuft. Diese Einstufung liegt unter der Bezeichnung, die es bei der COVID-19-Pandemie als „Pandemie-Notlage“ gab, soll jedoch die internationale Zusammenarbeit fördern und Mittel für die Reaktion auf den Ausbruch mobilisieren.
Stand 16. Mai teilte die WHO mit, dass in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo 246 Verdachtsfälle und 80 Verdachtssterbefälle gemeldet wurden. Zudem gebe es in Uganda zwei im Labor bestätigte Fälle, die mit Reisen aus der Demokratischen Republik Kongo in Verbindung stünden.
Der Ausbruch wird durch den Bundibugyo-Typ des Ebola-Virus verursacht. Für diese Variante gibt es laut WHO bislang keinen zugelassenen Impfstoff und keine zugelassenen Behandlungen. Die WHO schätzt, dass die Sterblichkeit für den Stamm zwischen 30 und 50 Prozent liegt—auf Basis von zwei früheren Bundibugyo-Ausbrüchen.
Die Erkrankung überträgt sich durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Typisch sind zunächst grippeähnliche Symptome, bevor es zu Durchfall, Erbrechen und unerklärlichen Blutungen kommt.
Wie es laut CDC weitergeht
Für die nächsten Schritte kündigte die CDC am Montag im Gespräch an, dass sich etwa 25 Personen im Länderteam der CDC in der Demokratischen Republik Kongo befinden. Zudem werde auf Anfrage der Regierung in der Demokratischen Republik Kongo ein hochrangiger technischer Koordinator entsandt, um die Reaktion auf den Ausbruch zu unterstützen.
„Alles, was das Länderbüro und das Ministerium für Unterstützung anfragen, werden wir sowohl remote als auch vor Ort bereitstellen“, sagte Pillai.