Die Mitteilung zählt zu den wenigen konkreten Ergebnissen des Treffens von US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, das vergangene Woche in den Schlagzeilen stand.
China soll demnach bis einschließlich 2028 jährlich mindestens 17 Milliarden US-Dollar in US-Landwirtschaftsprodukte investieren. Das Weiße Haus erklärte dies in einem am Sonntag veröffentlichten Faktenblatt und verwies dabei zugleich auf zusätzliche Käufe, die über bereits vereinbarte Verpflichtungen bei Sojabohnen hinausgehen.
Die Bekanntgabe fiel nach Trumps Reise nach Peking vergangene Woche, wo er sich mit Xi zu Gesprächen traf. Trump hatte das Gipfeltreffen im März als „bahnbrechendes Ereignis“ angepriesen; zugleich gehörten die neuen Agrarzusagen zu den wenigen klar benennbaren Resultaten.
At a glance
- China kauft jährlich mindestens 17 Milliarden US-Dollar an US-Agrarprodukten bis 2028.
- Erneuerung abgelaufener Registrierungen für mehr als 400 US-Rindfleischbetriebe sowie zusätzliche Zulassungen; Suspendierungen sollen für weitere Anlagen aufgehoben werden.
- Wiederaufnahme von Geflügelimporten aus US-Bundesstaaten, die laut Landwirtschaftsministerium als frei von Aviärer Influenza gelten.
- Bezug zu einer früheren Handelsvereinbarung: jährliche Sojakäufe von 25 Millionen metrischen Tonnen bis 2028 sowie vorläufige Aussetzung einer breiteren Zolleskalation.
- Vereinbarungen zu Iran: keine Möglichkeit für Iran, an eine Nuklearwaffe zu gelangen; Wiederöffnung des Hormus-Straßen-Korridors; keine Maut-Erhebung durch Staaten oder Gruppen.
- Einrichtung von Gremien für Handel und Investitionen in nicht sensiblen Bereichen; „Regierungs-zu-Regierungs“-Austausch zu investitionsbezogenen Themen.
- Startauftrag für 200 Boeing-Flugzeuge; zudem sollen Einschränkungen bei seltenen Erden sowie bei Anlagen, Technologien und Verarbeitung adressiert werden.
- Nächster persönlicher Termin: Xi soll im September den Weißen Hof besuchen; bis zu vier Treffen in diesem Jahr seien möglich.
Ausbau der Agrarzugänge und Geflügel-Importe
Das Weiße Haus teilte außerdem mit, dass China die abgelaufenen Registrierungen für mehr als 400 US-Rindfleischanlagen wieder aktiviert und zusätzliche Betriebe neu gelistet habe. Gleichzeitig werde man mit US-Regulierern daran arbeiten, die Aussetzungen für die verbleibenden Pflanzen aufzuheben, um den Zugang zum amerikanischen Markt breiter zu öffnen.
Weiter heißt es, China habe die Einfuhr von Geflügel wieder aufgenommen – aus US-Bundesstaaten, die das Landwirtschaftsministerium der USA als frei von Aviärer Influenza eingestuft hatte. Damit sollen die Handelswege bei sensiblen Tierprodukten wieder verlässlicher werden.
Verknüpfung mit der Soja-Übergangsvereinbarung
Die neuen Agrarkäufe sollen auf Verpflichtungen aufbauen, die nach dem Treffen von Trump und Xi im Rahmen einer umfassenderen Handelsberuhigung vereinbart worden waren. Diese Verabredung war Teil eines Gipfels im Oktober 2025 in Busan, Südkorea, bei dem beide Seiten eine breitere Zollspirale vorerst ausgesetzt hatten.
Im Zuge dieser Einigung sagte China demnach zu, bis 2028 jährlich 25 Millionen metrische Tonnen US-Sojabohnen zu erwerben. Zusätzlich pausierten beide Länder dabei eine weitere Eskalation bei Zöllen.
Gemeinsame Linien zu Iran, Handel und Investitionen
Zum Thema Iran vereinbarten beide Seiten nach Angaben des Weißen Hauses, dass Iran keinen Zugriff auf eine nukleare Waffe erhalten dürfe. Außerdem solle die Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus wieder freigegeben werden, und es dürfe kein Staat oder keine Gruppe Gebühren für die Durchfahrt erheben.
Ferner wollen die Regierungen ein Gremium für den Handel in nicht sensiblen Bereichen einrichten sowie einen Investitionsrat. Laut Faktenblatt soll dies einen „Regierungs-zu-Regierungs“-Rahmen schaffen, in dem Fragen rund um Investitionen besprochen werden können.
Flugzeugkauf und seltene Erden
China soll zudem einem ersten Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen zugestimmt haben, wie die Veröffentlichung weiter ausführt. Darüber hinaus werde das Land Einschränkungen bei Verkauf und Bereitstellung von Anlagen, Technologien und Ausrüstung zur Gewinnung sowie Verarbeitung seltener Erden ansprechen.
Das Faktenblatt nannte dabei keine weiteren Details zu Umfang oder konkreten Änderungen.
Widerspruch über Zollgespräche
Die Aktualisierung kam zwei Tage, nachdem Trump seinen Staatsbesuch in China abgeschlossen hatte. Bei Gesprächen mit Xi hatte Trump anschließend vor Reportern gesagt, Zölle seien dabei nicht zur Sprache gekommen.
Das steht offenbar im Gegensatz zu einer Erklärung des chinesischen Wirtschaftsministeriums vom Samstag. Diese hatte berichtet, die beiden Seiten hätten eine vorläufige Einigung erzielt, um bestimmte Zölle zu senken, und zugleich die Agrar- sowie die Flugzeugabsprachen bestätigt – ohne jedoch ins Detail zu gehen.
Im Rahmen des Gipfels hätten sich beide Seiten zudem darauf verständigt, den beidseitigen Handel zu fördern, auch bei Agrarprodukten. China verwies dabei auf Modalitäten wie gegenseitige Zollsenkungen für eine ganze Reihe von Waren.
Offene Punkte und Zeitplan für weitere Treffen
Nicht alle Einzelheiten, die das Weiße Haus am Sonntag bekanntgab, seien bereits durch die chinesische Regierung bestätigt worden. Damit bleibt zunächst offen, welche Punkte in der konkreten Umsetzung identisch ausgestaltet sind.
Trump und Xi sollen sich den Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent zufolge in diesem Jahr bis zu vier Mal treffen. Das nächste persönliche Treffen werde stattfinden, wenn Xi im September den Weißen Hof besucht.