Keisha Lance Bottoms gewinnt Demokraten-Vorwahl in Georgia ohne Stichwahl

Keisha Lance Bottoms ist die demokratische Kandidatin für das Gouverneursamt in Georgia. Die ehemalige Bürgermeisterin von Atlanta setzte sich am Dienstag in der Vorwahl durch und sicherte sich die Nominierung ohne Stichwahl – während die Republikaner zugleich auf einen teuren zweiten Wahlgang zusteuern.

Key takeaways

  • Bottoms gewann die demokratische Gouverneursvorwahl in Georgia direkt und holte die Nominierung ohne Stichwahl.
  • Georgia hat seit 1998 keinen demokratischen Gouverneur mehr gewählt, gilt jedoch in jüngerer Zeit als deutlich wettbewerbsfähiger.
  • Die Vorwahlentscheidung verschafft Bottoms einen frühen Vorteil beim Schließen ihres finanziellen Rückstands gegenüber den führenden republikanischen Bewerbern.
  • Auf der Gegenseite zeichnen sich bereits kostenintensive Attacken ab; schon vor Abschluss der Vorwahl liefen entsprechende Anzeigen.
  • Bottoms kann nach der Vorentscheidung ihre Beziehungen zu nationalen Geldgebern und Parteiführung stärker aktivieren.

Georgia im Fokus: Wiederaufbruch nach fast drei Jahrzehnten

Bottoms tritt nun in der allgemeinen Wahl an. Damit will die Demokratische Partei erstmals seit nahezu drei Jahrzehnten den wichtigsten Posten im Bundesstaat zurückgewinnen. Ihr Erfolg in der Vorwahl ermöglicht ihr, unmittelbar in den Endspurt zu wechseln, während die Republikaner auf einen eigenen Stichwahlkampf zusteuern.

In Georgia wurde zuletzt 1998 ein Demokrat ins Gouverneursamt gewählt. Gleichzeitig hat sich der Bundesstaat in den vergangenen Jahren spürbar in Richtung eines „Purple“-Profils bewegt: Bei der Präsidentschaftswahl 2020 entschieden sich die Wählerinnen und Wähler für Demokraten, und auch bei den Senatswahlen konnten die Demokraten dort im gleichen Jahr sowie 2022 Erfolge verbuchen.

Trotz dieser Entwicklung blieb das Gouverneursamt bislang unerreicht. Bereits vor der Vorwahl hatten einige Demokraten Zweifel geäußert, ob Bottoms im allgemeinen Wahlkampf bestehen kann. Als Hauptangriffspunkt gilt ihre Amtszeit als Bürgermeisterin von Atlanta von 2018 bis 2022, die als „unruhig“ beschrieben wird – ein Umstand, der sie aus Sicht ihrer innerparteilichen Kritiker anfällig für Gegenkampagnen machen könnte.

Finanzen und Parteistrategie: Startvorteil in einem ungleichen Rennen

Dass Bottoms die Nominierung ohne Umweg über eine Stichwahl gewann, verschafft ihr einen zeitlichen Vorsprung bei der Frage, wie sie ihr Finanzpolster für die allgemeine Wahl aufstocken kann. In der parteipolitischen Konkurrenz liegt sie derzeit hinter den beiden führenden republikanischen Anwärtern zurück: Lt. Gov. Burt Jones und der Gesundheitsmanager Rick Jackson haben jeweils Geldbestände aufgebaut, die ihre Mittel um mehrere Millionen übertreffen.

Allerdings, so der Hinweis aus dem Umfeld der Kampagnen, stammt ein beträchtlicher Teil dieser Summen von persönlichen Darlehen, die in die jeweiligen Wahlkämpfe geflossen sind. Für Bottoms bedeutet das: Nach dem Ende der Vorwahl kann sie ihre Bemühungen verstärken, nationale Spender und Unterstützung durch demokratische Parteifunktionäre zu gewinnen, die bislang weitgehend im Hintergrund geblieben waren.

Weg zur Nominierung: Klare Favoritin, aber Vorwahlregeln mit möglicher Stichwahl

Bottoms hatte vor der Entscheidung in der demokratischen Vorwahl bereits deutlich die Nase vorn. In Umfragen vor dem Urnengang wurde sie als klare Spitzenreiterin geführt. Gleichwohl sieht Georgia in seinen Regeln vor, dass Kandidatinnen und Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen müssen, um ohne Stichwahl zu gewinnen. Dadurch steigt grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit eines zweiten Wahlgangs, selbst wenn es eine Favoritin gibt.

Am Dienstag setzte sich Bottoms dennoch ohne Stichwahl durch. Sie verwies dabei mehrere Konkurrenten aus dem Feld: Sie besiegte den früheren Abgeordneten Jason Esteves aus dem Bundesstaat, den früheren Verwaltungschef des DeKalb County Michael Thurmond sowie den ehemaligen Vizegouverneur Geoff Duncan. In der Vorwahl konnte Bottoms zudem mit einer höheren Bekanntheit punkten.

Zu ihrem Profil gehört, dass sie als leitende Beraterin im Umfeld der Biden-Regierung tätig war. Außerdem erhielt sie die Unterstützung des früheren US-Präsidenten.

Schon vor dem Ende: Republikanische Angriffe zeichnen sich ab

Unabhängig davon, dass die Vorwahl bereits entschieden war, wurde Bottoms schon vor Abschluss des Verfahrens zum Ziel von Angriffen. Dazu gehörten Werbespots aus dem republikanischen Lager, unter anderem von Jackson. Das deutet darauf hin, dass im allgemeinen Wahlkampf mit einer deutlichen Eskalation der Attacken zu rechnen ist.