James Murdoch erweitert sein Medienimperium: Kauf von Vox und Podcast-Zukauf

James Murdoch, jüngster Sohn des konservativen Medienunternehmers Rupert Murdoch und Mitgründer-Vaters des US-Senders Fox News, baut ein eigenes Medienimperium auf. Nach einem öffentlich ausgetragenen Bruch mit dem Familienunternehmen rückt nun ein neuer Zukauf in den Mittelpunkt: Murdoch übernimmt wichtige digitale Ableger und Podcast-Strukturen.

Quick facts

  • James Murdoch erwirbt New York Magazine, Vox.com und den Vox Media Podcast Network.
  • Die Transaktion umfasst ein Volumen von 300 Millionen US-Dollar.
  • Das Geschäft wird von Murdochs Unternehmen Lupa Systems angekündigt.
  • Jim Bankoff bleibt CEO der übernommenen drei Angebote.
  • Murdoch hatte zuvor einen öffentlichen Konflikt mit seinem Vater und dem Medienkonzern über politische und weltanschauliche Fragen.

Die Übernahme ist Teil eines Vertrags über 300 Millionen US-Dollar zwischen Vox Media und Murdochs Firma Lupa Systems, wie am Mittwoch bekannt wurde. Damit erweitert Murdoch sein Portfolio um inhaltlich eher liberal positionierte Medienmarken und Plattformen.

Murdoch hatte sich zuvor öffentlich von seinem Vater und dessen Medienkonglomerat abgegrenzt. Zu dem Konzern gehören unter anderem Fox News sowie die „Wall Street Journal“-Gruppe und weitere Geschäftsbereiche. Der Streit entzündete sich an ideologischen Unterschieden, die sich auch in der öffentlichen Kommunikation widerspiegelten.

In den Jahren vor der jetzigen Weichenstellung engagierte sich Murdoch politisch in einer Weise, die nicht zu den klassischen Linien seines Familienumfelds passt. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Kathryn spendete er 2020 mehr als eine Million US-Dollar an die Kampagne von Ex-Präsident Joe Biden für das Weiße Haus. Murdoch bekennt sich außerdem zum Klimawandel und kritisierte konservative Medienhäuser nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar, kurz bevor Biden sein Amt antrat.

Mit dem Einstieg in Vox steht Murdoch nach eigenen Planungen nun vor einer neuen ideologischen Konkurrenzsituation innerhalb des von News Corp geprägten Medienumfelds. Die gekauften Angebote gelten als liberal ausgerichtet und könnten damit eine Gegenposition zu den etablierten Strukturen des Konzerns bilden.

Zu der Entscheidung erklärte Murdoch: „Diese Akquisition passt gut zu unseren bestehenden Beteiligungen und Investitionen und spiegelt sowohl unser Interesse an der vorderen Linie der Kultur als auch unser starkes Engagement für ambitionierten Journalismus und zukunftsweisende Debatten wider.“

Rolle und Hintergründe

Vor dem Vox-Deal war Murdoch als CEO von 21st Century Fox tätig. Von News Corp trennte er sich im Jahr 2020. Damit setzt er seine strategische Neuausrichtung nach dem Ausscheiden aus dem Familienkonzern fort.

Vox Media hatte in der Zeit des digitalen Medienbooms an Reichweite gewonnen und in der Phase rund um die Präsidentschaft von Barack Obama Einfluss auf politische Debatten genommen. Zu dieser Wahrnehmung trugen auch prominente Medienpersönlichkeiten bei, darunter Ezra Klein, Matthew Yglesias und Melissa Bell.

In den vergangenen Jahren habe allerdings auch die Finanzkraft des Unternehmens nachgelassen, wodurch der Marktwert und die strategische Lage für potenzielle Käufer an Bedeutung gewonnen hätten. Die aktuelle Transaktion verschiebt damit die Gewichte im digitalen Mediensektor.

Mit Blick auf die operative Führung bleibt die Kontinuität zumindest teilweise erhalten: Der Mitgründer Jim Bankoff soll als CEO für die drei von Murdoch übernommenen Marken und Angebote im Amt bleiben. Das Unternehmen betont damit, dass die redaktionelle und kaufmännische Steuerung nach dem Eigentümerwechsel weitgehend fortgeführt werden soll.

Bankoff sagte dazu: „Wir sind außerordentlich stolz darauf, mehrere der führenden Medienmarken dieser Generation aufgebaut und skaliert zu haben. Gemeinsam, unter der Obhut von Lupa, sind wir bestens aufgestellt, um das beste Zuhause für Talente zu sein und das dynamischste Medienunternehmen dieser neuen Ära zu gestalten.“