Zehntausende Afghanen auf der Flucht: Versuchen sich nach Europa durchzuschlagen – insbesondere nach Deutschland

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Flüchtende Personen aus Afghanistan

Die „Ortskräfte“ nebst Familienanhang werden bequem mit dem Flieger nach Deutschland evakuiert, unzählige Geflüchtete aus Afghanistan nehmen die Umwege und treffen etwas später im Sozialparadies ein. Die kürzeste Route bzw. Fahrstrecke zwischen Deutschland und Afghanistan beträgt laut Routenplaner 6.650,99 km. Um von Afghanistan nach Deutschland zu gelangen, müssen ungefähr acht Länder durchquert werden und alle sind sichere Drittstaaten.

In den letzten Wochen waren bereits Zehntausende Afghanen unterwegs. Nach Schätzungen sind täglich bis zu 1500 Menschen über die iranische Grenze in die Türkei gekommen. Sie versuchen alles, um sich nach Europa durchzuschlagen – insbesondere nach Deutschland. Klar, wohin auch sonst.

Vor allem junge und wehrfähige Männer haben sich wieder auf die abenteuerliche Flucht begeben, viele wollen nach Deutschland, das Land mit der üppigen Versorgung ohne Gegenleistung und wo keine Gefahr einer Abschiebung droht, wer einmal da ist, der bleibt auch in aller Regel. Das hat mit Asyl rein gar nichts mehr zu tun, da die Flucht im ersten sicheren Land endet, wer jedoch die Reise fortsetzt, ist als illegaler Migrant unterwegs.

Eine junge afghanische „Männer-Gruppe“ hat sich bereits vier Wochen vor dem Siegeszug der Taliban auf den beschwerlichen Weg nach Europa gemacht, mithilfe von Schleusern konnten bereits einige Etappen zurückgelegt werden und befinden sich jetzt in der Türkei, quasi noch ein Katzensprung in die EU.

[…] Die jungen Männer Anfang 20 freuen sich über das frische Trinkwasser und verschlingen die mitgebrachten Kuchensnacks. „Wir haben vier Tage nichts gegessen und zwei Tage nichts getrunken“, berichtet Khalid, der mit seinen Freunden eine lange Reise hinter sich hat. Vor über einem Monat und damit bereits vor dem Siegeszug der Islamisten haben sie ihr Heimatland Afghanistan verlassen.

Sie sind über Pakistan in den Iran gereist und haben mithilfe von Schmugglern die türkische Grenze überquert. „Der ganze afghanische Staat war korrupt und mit den Taliban wird jetzt alles noch schlimmer“, glaubt der Schneider. „Wir wollen eine Zukunft, Arbeit und Bildung.“ Und deshalb wollen sie nach Europa – insbesondere nach Deutschland. […] Mehr auf Welt.de (Artikel im Archiv)

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