Realsatire aus dem Irrenhaus: Mann trug Gesichtsmaske – Wegen Vermummung verwarnt

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FÜRTH – Ein Fürther trug eine Gesichtsmaske und eine Brille, deren Gläser sich bei Sonnenlicht verdunkeln, berichtet Nordbayern.de. Bei einer Polizeikontrolle staunte er dann nicht schlecht.

Der 76-Jährige klingt zugleich belustigt und verdutzt, als er vom vergangenen Freitag erzählt: Gegen 12 Uhr fuhr er im Auto an der Polizeiwache in der Soldnerstraße vorbei. Er kam vom Einkaufen und trug wegen der Corona-Pandemie noch den Gesichtsschutz, der Mund und Nase bedeckte und den er zuhause in die Waschmaschine stecken wollte. Er ist außerdem Brillenträger, die Gläser verdunkeln sich im Sonnenlicht.

Ein Verkehrspolizist bedeutete ihm, anzuhalten. Vor wem er sich denn abschirmen wolle, habe ihn der Beamte gefragt. „Ich habʼ geantwortet, vor niemandem, ich will bloß meine Mitmenschen schützen“, erzählt der Fürther. Der Mann habe ihn um seine Papiere gebeten und sei damit verschwunden. Eine Weile später sei er mit einem Vordruck zurückgekommen, wonach Anzeige gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot erstattet werde, erzählt der 76-Jährige. „Ich habʼ gesagt, das ist ein Witz.“

Denn wer wegen Raserei geblitzt werde, müsse auf dem Beweisfoto erkennbar sein, erklärt Fürths Polizeichef Michael Dibowski. Weil viele Bürger derzeit aus Sorge vor einer Ansteckung mit Covid-19 einen Gesichtsschutz tragen, sei eben jener Paragraph 23 jedoch weniger streng zu handhaben als üblich. Aber: Das sei „kein Freifahrtschein“, jeder Einzelfall müsse geprüft werden.

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