Jörg Meuthen: Deutschland hat ein doppeltes Migrationsproblem!

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Liebe Leser, Deutschland hat ein Migrationsproblem. Und zwar nicht nur ein einfaches, sondern gleich ein doppeltes. Dieses Thema wurde vor kurzem in einem äußerst lesenswerten Beitrag von Prof. Dr. Heribert Dieter für die NZZ beleuchtet.

Der eine Teil dieses Migrationsproblem ist für jeden offensichtlich, der des Sehens und Hörens mächtig und auch willens ist – ein Gang durch unsere Innenstädte (bevorzugt, aber keineswegs ausschließlich in Bahnhofsnähe) reicht aus, um zu erkennen, welche Art von Einwanderung in den letzten Jahren nach Deutschland stattgefunden hat: Nämlich der illegale Zustrom von Geringqualifizierten, die zum allergrößten Teil komplett auf staatliche Leistungen angewiesen sind.

In Zahlen heißt das: Im August 2018 bezogen satte 63,7 Prozent der „Flüchtlinge“ Hartz IV. Das ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (6,6 Prozent Hartz IV-Bezieher) fast das 10-fache.

Von den 1,7 Millionen „Flüchtlingen“, die in Deutschland registriert sind, gehen mehr als 1,3 Millionen ÜBERHAUPT KEINER sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, obwohl die allermeisten doch im besten Alter junger Erwachsener sind und vor Arbeitswillen nur so strotzen müssten.

Und die wenigen, die überhaupt etwas arbeiten, sind zumeist aufgrund ihrer unzureichenden Qualifikation nur für einfache Hilfstätigkeiten einsetzbar – und somit aufgrund ihrer schlechten Bezahlung häufig ebenfalls auf weitere staatliche Transfers angewiesen.

Insofern kann man feststellen, dass der große Wunsch von Katrin Göring-Eckardt, der Universalgelehrten der „Grünen“, in Erfüllung gegangen ist. Sie hatte bekanntlich im ARD-Morgenmagazin seinerzeit folgenden irrwitzigen Satz von sich gegeben:

„Wir brauchen nicht nur die Fachkräfte, sondern auch diejenigen, die sich in unseren Sozialsystemen wohl und zuhause fühlen.“

Die, die sich in den Sozialsystemen wohl und zu Hause fühlen, sind nun also in großen Mengen da. Wie schön!

Dumm nur, dass diejenigen, die diese Sozialsysteme finanzieren, in zunehmendem Maße das Land verlassen. Damit sind wir beim zweiten Teil des deutschen Migrationsproblems – nur leider ist das der Teil, der nicht so leicht erkennbar ist beim Gang durch die Innenstädte.

Dafür müsste man schon z.B. durch Krankenhäuser in der Schweiz gehen. Dort fällt nämlich auf, dass ein erheblicher Teil der arbeitenden Ärzte Deutsche sind. Mittlerweile hat jeder fünfte (!) in der Schweiz tätige Arzt seine Ausbildung in Deutschland erhalten; derzeit sind es etwa 6.500 Ärzte aus Deutschland, die in der Schweiz arbeiten, hauptsächlich in Krankenhäusern.

Prof. Dieter führt aus: „Die Ausbildung dieser Ärzte hat den deutschen Steuerzahler etwa 250.000 Euro pro Person gekostet. Insgesamt hat die Schweiz damit Humankapital im Wert von rund 1,9 Milliarden Franken importiert. Sie spart damit beachtliche Ausbildungskosten; Deutschland dagegen hat mit seinem ‚brain drain‘ das Nachsehen.“

Und diese in der Schweiz tätigen Ärzte sind ja beileibe nicht die einzigen Deutschen, die nach Ausbildung oder Studium hier die Koffer gepackt haben und dann ins Ausland abgewandert sind; viele andere – übrigens auch Ingenieure – haben es ihnen in andere Länder gleichgetan.

Diese Menschen verlassen Deutschland frustriert insbesondere aufgrund der im Ausland vorhandenen, besseren Verdienstchancen, aber auch aufgrund des bei uns herrschenden, viel zu hohen Steuer- und Abgabenniveaus.

Lassen Sie mich mit letzterem beginnen: Die durchschnittliche Belastung eines alleinstehenden Arbeitnehmers in Deutschland mit Steuern und Abgaben beträgt laut aktueller Zahlen der OECD 39,7 % und ist damit sehr viel höher als im OECD-Durchschnitt – Deutschland nimmt den Menschen also viel zuviel weg.

Und Deutschland bezahlt ihnen – gerade im Bereich der Medizin – zugleich viel zu wenig, was der andere Teil des Problems ist. Während in den USA die Jahresgehälter angestellter Ärzte bis zu 450.000 Euro betragen, verdient beispielsweise ein angestellter Assistenzarzt an einem deutschen Krankenhaus im Jahr 2018 brutto rund 81.000 Euro und damit gerade einmal 4.300 Euro mehr als ein – halten Sie sich fest, liebe Leser – Lastwagenfahrer, der in den USA für die Handelskette Walmart arbeitet.

Professor Dieter stellt in seinem Artikel somit auch ziemlich ernüchtert fest, dass aus Deutschland die Hochqualifizierten auswandern – und die gering Qualifizierten einwandern. Die Auswanderungssituation vergleicht er sogar mit der Auswanderungswelle des 19. Jahrhunderts – nicht ohne den süffisanten Hinweis, dass es heute allerdings nicht mehr die Erntehelfer sind, die aus Deutschland auswandern.

Sein Fazit: Deutschland steuert auf diese Weise unweigerlich schon mittelfristig auf eine Krise des gesamten Wirtschafts- und Sozialsystems zu. Nichts anderes sagt unsere Bürgerpartei der Vernunft seit vielen Jahren. Wollen wir Bürger dieses Desaster wirklich sehenden Auges zulassen?

Zeit, die Krise des gesamten Wirtschafts- und Sozialsystems zu verhindern, soweit dies noch möglich ist. Zeit, die Verursacher der Krise endlich abzuwählen. Zeit für die #AfD.

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