Absurdistan: 15 Straftäter – ein Flugzeug – 43 Polizisten – ein Arzt

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Symbolbild

Jetzt wird aber das Tempo forciert, nur die Effizienz der Fluggäste lässt zu wünschen übrig: Gestern ist ein Flugzeug von Frankfurt/Main mit sagenhaften 15 Ausreisepflichtigen an Bord in Richtung Afghanistan gestartet und tatsächlich in Kabul gelandet, zwei Abzuschiebende konnten aufgrund eines Gerichtsbeschlusses in letzter Minute nicht mitfliegen. Der Flugbegleitservice bestand aus 43 Bundespolizisten und einen Arzt, an die Kosten für die 15 Goldstücke darf man gar nicht erst denken.  15 gehen – ungefähr die Zahl, die ca. in einer halben Stunde über die deutsche Grenze kommt.

Am Flughafen versammelte sich die Abschiebeverhinderungsindustrie wieder einmal und hatte alle Hände voll zu tun – Protest-Schilder in Höhe zu halten – und gegen die Abschiebung von Straftätern zu protestieren. Auch Pro Asyl meldete sich wie üblich zu Wort und hinterlässt einen bitteren Beigeschmack,  nach ihrer Ansicht ist ein humanes Leben – auch für Straftäter – nur in Deutschland möglich,  wobei mehr als 30 Millionen Menschen ohne größere Probleme in Afghanistan leben.

[…] In Afghanistans Hauptstadt Kabul ist am Mittwochmorgen ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland eingetroffen. Beamte am Flughafen bestätigten, die aus Frankfurt/Main kommende Maschine sei kurz nach 7.00 Uhr Ortszeit gelandet.

Aus deutschen Sicherheitskreisen hatte es am Vorabend geheißen, 15 Menschen seien an Bord. Die Abschiebung von zwei weiteren Abschiebekandidaten sei in letzter Minute von einem Bundesgericht gestoppt worden. Es war die 13. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums erklärte, es handele sich um zwölf Straftäter und drei Männer, die „hartnäckig eine Mitwirkung an der Identitätsfeststellung“ verweigert hätten. 43 Beamte der Bundespolizei und ein Arzt hätten die „Rückführung“ begleitet.

Rund 120 Menschen demonstrierten nach Polizeiangaben am Flughafen friedlich für einen sofortigen Abschiebestopp nach Afghanistan. Dazu aufgerufen hatte Afghan Refugees Movement, eine Gruppe von Exil-Afghanen.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl forderte ebenfalls ein Abschiebungsmoratorium für Afghanistan. Die Sicherheitssituation in dem Land – und besonders in der Hauptstadt Kabul – habe sich in den letzten Wochen nochmals dramatisch verschlechtert, sagte Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl. […] Quelle: Die Welt.de/23.5.2018

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