Wegen Corona: Italien will Bootsmigranten nicht an Land lassen

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Symbolbild

Nach Matteo Salvinis Abgang als Innenminister wurden die Häfen wieder für die Migrantenkutter geöffnet, bisher funktionierte der Shuttleservice übers Mittelmeer nach Italien reibungslos, um in einen zugewiesenen „sicheren“ Hafen einzufahren und die Passagiere auszuschiffen. Nun haben sich die Zeiten des Willkommens wegen der Corona-Krise geändert, nach Informationen der FAZ weigert sich die italienische Regierung, Schiffbrüchige überhaupt bei sich an Land gehen zu lassen, auch wenn andere EU-Mitgliedsstaaten die Aufnahme signalisieren. Artikel von FAZ im Archiv.

Die Entscheidung ist nachvollziehbar, in Europa ist Italien das am heftigsten von der Covid-19-Krankheit getroffene Land, das Gesundheitssystem und die Kliniken sind völlig überlastet, sodass Corona-Patienten von Italien zur Behandlung nach Sachsen und NRW verlegt werden. In der Zeit dieser Ausnahmesituation wäre es unverantwortlich gegenüber der italienischen Bevölkerung, Bootsmigranten anlanden bzw. an Land gehen zu lassen, die womöglich mit dem Coronavirus infiziert sind und noch mehr für Belastung sorgen.

Im Gegensatz zu Deutschland, obwohl das öffentliche Leben immer mehr eingeschränkt wird, die Zahl der Infizierten und Todesopfer steigt, ist das kein Grund für Seehofer auf die Aufnahme von „Minderjährigen“ aus Griechenland zu verzichten. Wie gewohnt können auch „Schutzsuchende“ nach Deutschland kommen, Asyl gehört zu den triftigen Einreisegründen.

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