Und sonst geht’s gut? Sea-Watch: Migranten mit Kreuzfahrtschiffen aus Griechenland abholen

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Symbolbild

Die NGO „Sea-Watch“ sorgt mal wieder für eine verrückte Schnapsidee: Die EU-Kommission soll stillgelegte Kreuzfahrtschiffe nach Griechenland schicken, um Migranten aus den Lagern von griechischen Inseln zu holen. Die Reedereien brennen bestimmt darauf die Schiffe umgehend bereitzustellen, auch die Steuerzahler dürften erfreut sein, die Kosten und Logis zu übernehmen, in der Zwischenzeit dienen die Liegen auf dem Sonnendeck zur Entspannung und die Pools zur Erfrischung für die Sozialmigranten. Die Zustände auf der Diamond Princess haben offenbar noch nicht gereicht?

Wer haftet für die Kosten der Sanierung, wenn die Schiffe danach nicht mehr nutzbar sind, weil diese genauso wie die Asylheime voller Dankbarbarkeit heruntergewirtschaftet wurden? Wohin mit den Versorgungssuchenden nach der Quarantäne? Nach Deutschland? Das wäre ein ungünstiger Zeitpunkt: Schulen und Kitas geschlossen, Massenentlassungen drohen, überfüllte Krankenhäuser, Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote, an die sich so manche Asylbewerber jetzt schon nicht halten. Evakuieren, ja gerne, aber nicht nach Europa, sondern in die Heimatländer.

Auf ihrer Homepage schreibt die NGO:

Um der Ausbreitung von COVID-19 und seinen katastrophalen Auswirkungen rechtzeitig entgegenzutreten, müssen alle Menschen auf den griechischen Inseln umgehend medizinische Unterstützung erfahren und überfüllte Flüchtlingslager sofort evakuiert werden. Die in europäischen Häfen ohnehin festliegenden Kreuzfahrtschiffe bieten dafür beste Voraussetzungen.

Die führenden Anbieter von Kreuzfahrten haben aufgrund der Corona-Pandemie ihre Fahrten bereits bis in den April hinein eingestellt. Die Mehrzahl der Schiffe bietet ausreichend Platz für mehrere tausend Menschen und verfügt über vergleichsweise gut ausgestattete Krankenstationen.

Die Organisation sieht dabei die deutsche Bundesregierung in besonderer Verantwortung: “Über 140 deutsche Städte und Kommunen haben sich aufnahmebereit erklärt, 40.000 freie Plätze stehen allein in den deutschen Bundesländern zur Verfügung. Mit laufenden Krediten von über 8 Milliarden Euro ist der deutsche Staat einer der führenden Finanzier von Kreuzfahrtschiffen auf der einen Seite, und hat sich andererseits während der Finanzkrise an vorderster Front an der Verwüstung des griechischen Gesundheitssystems beteiligt. Wer jetzt nicht für die Evakuierung der Menschen sorgt, macht sich mitschuldig am potenziellen Tod Hunderter, so Bayer. (sea-watch.org – Archiv)

 

 

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