Schreianfälle im Bundestag: Völkermord-Opfer applaudieren den „Falschen“

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Boris Reitschuster: Was für eine Selbstentlarvung im Deutschen Bundestag: Ausgerechnet die selbsterklärte Vorkämpferin für alles Gute, für Buntheit, Offenheit und Toleranz und gegen die vermeintliche Diskriminierung von Minderheiten, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt von den Grünen und ihre Mitstreiter im Kulturkampf, konnten es nicht ertragen, dass eine Gruppe von Jesiden auf der Besuchertribüne am Donnerstag im Reichstag der AfD vehement Beifall klatschte. Und zwar für eine Rede des Abgeordneten Martin Sichert in der Debatte um den Völkermord an der ethnisch-religiösen Gruppe mit etwa einer Million Angehörigen, die hauptsächlich im nördlichen Irak, in Nordsyrien und in der südöstlichen Türkei ansässig ist. Sichert hatte dabei heftige Kritik an der Bundesregierung und den Grünen geübt und warf diesen einen Schmusekurs mit den Islamisten vor – unter denen auch die Jesiden leiden.

Mehrere Parlamentarier gingen so weit, dass sie mit hasserfüllter Stimme schreiend forderten, Angehörige der verfolgten Minderheit aus dem hohen Haus zu werfen – wegen dieses Applauses. Aus den Reihen der Parteien, die sich für besonders bunt und tolerant halten, kam es „zu wüsten Schreianfällen“, wie die „JF“ die Einlagen nennt: „Göring-Eckardt hatte Mühe, die Situation zu beruhigen, schloß sich den Drohungen allerdings an.“ Die „JF“-Kollegen fragen zu Recht: Ist der Grünen im Präsidium und ihren Partei- und Haltungsfreunden das Schicksal der von Islamisten brutal unterdrückten und versklavten Minderheit egal?

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