Radikalisierung von Muslimen: Moderation Imad Karim

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Junge Muslime, die sich in Krisenregionen wie Irak, Syrien, Libyen und Afghanistan begeben, um für Allahs Sache zu kämpfen, seien Muslime, die sich irgendwann, irgendwo und irgendwie radikalisiert hätten und mit ihrem Denken und Handeln nicht im Einklang mit der wahren islamischen Lehre stünden, sagen unsere Politiker und Medienvertreter.

Die Debatte um das Thema Radikaler Islam zieht alle möglichen einflussnehmenden Faktoren für die islamische Radikalisierung in Betracht, nur nicht den Islam selbst. Man will uns weismachen, als sei diese Radikalisierung ein neues, im Ur-Islam nichtdagewesenes Phänomen. Die Radikalisierung werde heute durch Diskriminierung, politische Benachteiligung, Wirtschaftsverhältnisse, Psychische und Emotionale Probleme etc. begünstigt.

Manche sprechen sogar von der Islamisierung der Radikalismus und nicht der Radikalisierung des Islams. Der Islam werde nur genutzt, um dem eigenen radikalen Handeln eine gewisse Legitimation zu verleihen. Jihadisten werden dargestellt, als hätten sie sich Selbstermächtigung zur Gewalt erteilt. Es sind viele Thesen und Analysen im Umlauf. Diese kommen mir vor wie eine Fußballmannschaft, die am Rande des Spielfeldes spielt, aber das Spielfeld nicht betreten will.

Jeder, der sich mit der islamischen Lehre auseinandersetzt, kommt zu dem Ergebnis, dass der Islam der wichtigste Faktor in dem Radikalisierungsprozess der Muslime bildet. Die Befragung jedes einzelnen radikalisierten jungen Muslimen stellt klar, dass dieser in seinem Radikalisierungsprozess aktiv mit Inhalten und Wertvorstellungen der islamischen Lehre auseinandergesetzt hat und musste feststellen, dass er zum Ur-Islam zurückkehren muss, um Allah gefällig zu sein. Zurückkehren zu jenem Islam, in dem Menschenverachtung angelegt ist.

Imad Karim

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