Protest in Laußig/Sachsen: „Wir wollen keine Asylantenheime“

2009

Am Donnerstagabend sind in der sächsischen Gemeinde Laußig, die etwa 4.000 Einwohner hat, Einwohner zum Protest gegen die geplante Umfunktionierung einer ehemaligen Grundschule in eine Asylunterkunft ausgezogen. Zeitgleich fand im örtlichen Gemeindehaus eine nicht öffentliche Besprechung des Laußiger Bürgermeisters Lothar Schneider mit Vertretern des Landratsamtes statt, in der es um die Unterbringung von Asylsuchenden ging.

Unter dem Protestmotto „Laußig wehrt sich, Asylflut stoppen“ sollen bis zu 300 Demonstranten in dem kleinen Ort zusammengekommen sein. Der Protestzug machte sich gemeinsam auf den Weg zum Gemeindeamt und forderte lautstark, dass Bürgermeister Schneider Rede und Antwort stehen soll. Sie skandierten Parolen wie: „Wir wollen keine Asylantenheime“ und an den Bürgermeister gerichtet: „Stell dich, stell dich!“ Als sich bereits die meisten Demonstranten nach Hause begeben hatten, trat der Bürgermeister mit einem Megafon ans Fenster.

Als er versuchte zu dementieren, dass an diesem Tag bereits eine Entscheidung zur Unterbringung getroffen werde, bricht Tumult in der Menge aus. Denn wie die „Freien Sachsen“ berichten, die den Protest ebenfalls unterstützen, sind dort bereits seit Tagen Bauarbeiten zu beobachten.

Die Menge reagiert und ruft Schneider im Chor entgegen: „Tritt zurück, tritt zurück!“

Die Polizei schreibt zum Protest, dass Versammlung nicht angemeldet worden war, aber der „Polizeieinsatz weitestgehend störungsfrei verlief“.

Sie fügt hinzu: „In vier Fällen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet (1x Beleidigung, 3x Verstöße gegen das Versammlungsgesetz).“

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2 Kommentare
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MaMa
MaMa (@mark)

Die sollten mal in die Gesetze sehen, ob man nicht mittels Vorlksbegehren den Bürgermeister absetzt.
So wie man jemand ins Amt wählen kann, kann man ihn evtl. auch raus wählen.

Demo hin oder her, wer richtig regiert werden will, der muss bei seiner Wahlentscheidung Acht geben.

Tjalfi
Tjalfi (@tjalfi)

Das Tragische an diesen Protesten ist, daß sie zwangsläufig zu spät kommen – das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen, und zwar seit Jahr und Tag. Auch wird ein wenig Protestgeschrei nicht reichen, den Umvolkern in den Arm zu fallen; darüber grinsen die bloß müde.