Polizei nahm Vater (Afrikaner) auf der Entbindungsstation fest – Hebammen verhinderten Abschiebung

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Symbolbild

Wieder ist eine Rückführung nach Italien misslungen: In Saalfeld/Thüringen holten Polizisten einen ausreisepflichtigen Afrikaner und werdenden Vater auf der Entbindungsstation in einem Krankenhaus ab, um ihn nach Italien abzuschieben, allerdings wurde die Aktion abgebrochen, da Hebammen gegen die rechtsgültige Maßnahme protestierten und sich über geltendes Recht hinwegsetzen. Nun wurde die Abschiebung für das Paar ausgesetzt und für das Neugeborene ein Asylantrag gestellt, der Plan geht erst einmal auf, die Versorgung ist gesichert und in der Zwischenzeit können sich die armen „Verfolgten“ ihrer Hauptbeschäftigung widmen und weitere Kinder produzieren.

Die Abschiebung des „Wanderflüchtlings“ kam nicht aus heiterem Himmel, offenbar kam der Ausreispflichtige der Aufforderung Deutschland zu verlassen nicht nach und hat rechtsverbindliche Fristen für die Ausreise ignoriert, sodass nun die Behörden durchgreifen bzw. nachhelfen wollten. Dass die Abholung zur geplanten Abschiebung vor dem Kreissaal stattfand, damit rechnete das Goldstück von der Elfenbeinküste – das vermutlich mit dem Shuttle-Service übers Mittelmeer nach Italien und von dort aus illegal nach Deutschland gelangte –  wohl nicht, schließlich soll die Geburt eines Kindes auf deutschem Boden das Bleiberecht bewirken und eine Abschiebung verhindern.

Flüchtlingsrat und Landesärztekammer sind über dieses inhumane Vorgehen entsetzt.

Thüringer Allgemeine berichtet:

Es war in der Nacht des 10. Oktober, die Uhr ging auf zwei. Im Kreißsaal des Krankenhauses Saalfeld lag eine Frau in den Wehen, ihr Mann saß daneben, um die Geburt ihres Kindes gemeinsam durchzustehen. Da klingelte es an der Kreißsaaltür. Acht Polizeibeamte standen vor der Tür, dazu noch mindestens ein Mitarbeiter der Ausländerbehörde Saalfeld-Rudolstadt. Sie führten den werdenden Vater ab, um ihn zum Flughafen nach Frankfurt zu bringen. Von dort aus sollte der Asylbewerber aus der Elfenbeinküste gemäß Dubliner Abkommen nach Italien abgeschoben werden.

Nur dem couragierten Einsatz der Hebammen ist nach Angaben des Flüchtlingsrates zu verdanken, dass die Abschiebung des Familienvaters auf dem Flughafen verhindert werden konnte. Nach ihrem Protest und einem Anruf bei den Behörden sei die Aktion unterbrochen worden, der Mann konnte zurückkehren. Weiterlesen


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