Politikwissenschaftler Münkler: „Große Teile des Volkes sind dumm“

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Große Teile des Volkes sind dumm, weil sie nicht wählen, was die Mächtigen haben wollen? Einigen Teilen des Volkes fehle ein bestimmtes Wissen über politische Prozesse, darum müssten die Eliten dafür sorgen, mit ihrem Wissen diese Gruppe zu unterstützen? Vieles was Volkes Wille ist, erscheint den Eliten falsch und unvernünftig? Das Problem sind nicht die Wahlen und das fehlende Wissen über politische Prozesse, sondern die Parteien. Das zeigte sich exemplarisch als ein neues Politikangebot verfügbar war. Viele Nichtwähler waren mit einem Male für Politik ansprechbar, informierten sich und sind wählen gegangen, aber diese Wähler wählten nicht so, wie man es gerne hätte, also erklärt man das Volk für zu dumm.

Allerdings vertrauen die meisten Bürger noch immer auf die Schlagworte, die etablierte Politiker in der Presse schwadronieren dürfen. Bei mindestens drei der großen etablierten Parteien steht seit zig-Jahren im Parteiprogramm der Vorsatz etwas gegen zunehmende Verarmung in Deutschland zu tun und sich für gerechte Vermögensverteilung und entsprechende Besteuerung etc. einzusetzen. Und was tun sie, wenn sie sich in der Regierung etabliert haben? Nichts, weil sich mittlerweile eine Klientelpolitik etabliert hat und entsprechende Machtstrukturen. Das Problem ist, dass die Politik auch dann, wenn es der Bevölkerung eigentlich ganz gut geht, nicht aufhören kann, irgendwelche neuen Regelungen, Gesetze und Vorschriften zu erlassen, auch wenn es für den Durchschnittsbürger dadurch teurer wird, er Freiheitsrechte und Identität verliert. Diesen „Fortschritt“ durch Plebiszite aufzuhalten, passt der selbsternannten Avantgarde natürlich nicht.

Nur tolerante, genderkorrekte, antiautoritäre und flüchtlingsfreundliche Bürger sind intelligente Demokraten und Wähler, der Rest, also das dumme, unfähige Volk könnte sich falsch entscheiden, den populistischen „Rattenfängern“ verfallen und so könnten die falschen Leute an die Regierung kommen, weil ausgerechnet die Unterschicht die AfD wählt?  Das kann doch niemals „die beste Lösung“ sein? Deshalb muss man diese Menschen zu ihrem Glück zwingen, dafür sollen die Eliten mit ihrem Wissen sorgen, diese „Abgehängten“ zu unterstützen, damit so eine Art Trump-Wahlsieg erst gar nicht in Deutschland möglich ist?

Dann könnte man sich die Wahlen sparen oder wie in der DDR schon alles vorher eindrucken? Dann braucht „das dumme Volk“ den Wahlzettel nur noch in die Urne werfen? Mit dieser Methode verändert sich nichts mehr auf der Welt, aber das wollen die Eliten auch gar nicht, weil: Die Mächtigen dieser Welt, die Reichen dieser Welt, die großen Global-Player über die Think Tanks schon längst den Kurs von Regierungen bestimmen.  Da hat der Pöbel alles zu schlucken, was sich die Halbgötter einfallen lassen, denn nur die wissen, was für das dumme Volk gut ist.

Was der Politikwissenschaftler Herfried Münkler unter „Große Teile des Volkes sind dumm“ versteht und wie seine Lösungsempfehlung aussieht, kann im Interview auf deutschlandradiokultur.de nachgelesen werden.

  • MELIORA SPERO

    Ich werde nicht nachlesen, was Münkler meint und empfiehlt, weil ich im Groben seine Haltung kenne. Das genügt, um zu wissen „wo der Feind steht“ und alles Andere ist Zeitverschwendung. Er hat allerdings leider Recht, wenn er meint, dass viele Wähler einfach dumm und naiv sind und von Politikern zur richtigen Meinung gedrängt werden müssen oder von der Politik bevormundet werden müssen (so, wie es in Deutschland gerade so wirksam demonstriert wird).Und da kommt jetzt die Konkurrenz der Parteien ins Spiel: in diesem System geht es nur um die wirksamste Propaganda. Mit Vernunft, Debattenkultur, politischem Diskurs usw hat das nichts zu tun. Diese Dinge wirken vielleicht bei einigen intellektuellen Selberdenkern, aber nicht bei der verführbaren breiten Masse. Wenn das System nicht geändert werden kann (und danach sieht es derzeit nicht aus), müssen alle widerständigen Kräfte zusammen eine wirksamere Propaganda machen als die Altparteien. Dann bekommen sie die demokratische Legitimation, auf die sich die Regierung derzeit noch beruft. Ob die Altparteien das mit ihrem Kampfbegriff „Populismus“ diffamieren, ist egal, solange es wirksam ist. So einfach ist das und so hat es Trump zB vorgemacht und Hofer, Le Pen und Wilders . Also los, AfD und alle Widerstandsbewegungen: Ihr könnt das!