Pikierte „Seenot“-Retter: „Wir sehen Kleinkinder ertrinken – und werden zuhause Schlepper genannt“

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Symbolbild

Unter dem Motto humanitärer Hilfeleistung fahren NGO-Schiffe gezielt bis an die lybische Küste, um massenhaft illegale Einwanderer von ihren seeuntauglichen Booten aufzusammeln und  eine Überfahrt in das ca. 500 km entfernte Italien zu garantieren. Die „Seenot-Rettung“ wird quasi als Gratis-Ticket für eine Einreise nach Europa von den noblen „Aktivisten“ angesehen, die europäischen Steuerzahler dürfen sich dann um die Versorgung der „Geretteten“ kümmern. Nun werden die Vorwürfe immer lauter, dass die NGO-Schiffe als verlängerter Arm der Schlepper agieren und das millionenträchtige Geschäftsmodell unterstützen.

Der Transport der „Schiffbrüchigen“ nach Europa ist nichts anderes als Schlepperei? Völlig unmöglich? Nur reine Menschenliebe? Oder Intensivpflege des Egos?  Diese NGOs helfen zumindest passiv den Schleppern, nur mit Hilfe der „Seenot-Retter“ gelangen die Illegalen sicher nach Europa. Wenn diese NGOs wirklich „Seenot-Retter“ wären, warum nehmen sie dann die „Schiffbrüchigen“ kurz vor der lybischen Küste auf und bringen sie 500 km weiter nach Italien, statt sie an den Ausgangpunkt zu bringen?

Nun fühlen sich die privaten „Seenot-Retter“ gekränkt und wehren sich gegen die Kritik, sie seien Schlepper. Und wenn man bereits mit dem Rücken an der Wand steht, dann wird die Tränendrüse aktiviert, um die „Seenot-Rettung“ im heiligen Licht erscheinen zu lassen.

[…] Private Seenotrettungs-Initiativen bewahren jährlich Hunderte Menschen vor dem Tod im Mittelmeer – und stehen dennoch in der Kritik. Der Vorwurf an die Seenotretter lautet, dass sie durch ihre Einsätze ungewollt die Zahl derjenigen, die die gefährliche Reise auf sich nehmen, in die Höhe treiben. Tatsächlich ist die Zahl der Flüchtenden über das Mittelmeer nach der Ankunft privater Seenotretter gestiegen.

Auch stimmt, dass die Boote, in die Flüchtende von ihren Schleppern gesteckt werden, immer unsicherer werden. Das liege aber vor allem daran, dass Frontex und die libysche Küstenwache die großen, sicheren Boote der Schlepper systematisch zerstören. Die Schlepper weichen daraufhin auf Schlauchboote aus, die Todeszahlen steigen.

„Die Helfer dann in die Mangel zu nehmen, ist scheinheiliges Moralaposteltum und unserer Ansicht nach ziemlich armselig“, ärgert sich Ruben Neugebauer von Sea Watch. Von ihrer Arbeit abhalten lassen sich die Seenotretter nicht: Sie wollen weitermachen, solange es nötig und möglich ist. Allerdings, sagt „Jugend Rettet“-Sprecherin Pauline Schmidt: „Es ist eine hohe Belastungsprobe für unsere Crews, wenn sie vor Ort Kleinkinder ertrinken sehen und dann heimkommen, nur um sich den haltlosen Vorwurf gefallen zu lassen, Schlepper zu sein.“[…] Quelle: Focus Online

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