Nur die Spitze des Eisbergs – Epstein war weltweit in höchsten Kreisen vernetzt

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Nach Tagen voller Schlagzeilen zu dem Interview, das Prinz Andrew zu den Missbrauchsvorwürfen gegen ihn in dem Zusammenhang mit dem Sexualstraftäter Epstein gegeben hat, fordert Opfer-Anwältin Lisa Bloom, dass er sich den Behörden stellt und bei der Aufklärung des Falls mit ihnen zusammenarbeiten soll.

Die Öffentlichkeit hatte mit Häme und Spott auf den Auftritt Andrews reagiert und brachte den britischen Palast unter starken Druck. Gestern erklärte Prinz Andrew, seine königlichen Pflichten niederzulegen, und versuchte sich so in der Schadensbegrenzung. Für Bloom reicht das nicht.

Der zweite Sohn von Königin Elisabeth II. hatte eine Erklärung herausgegeben, in der er einräumte, dass seine Verbindungen zu Jeffrey Epstein zu einer „großen Störung“ der gemeinnützigen Arbeit der königlichen Familie geworden seien.

Bloom sagt dazu:

Es ist großartig, dass er sich von seinen königlichen Pflichten zurückzieht, aber es geht wirklich nicht darum. Es geht um Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit für die Opfer. Deshalb ist es wichtig, dass er sich zu einer Zusammenarbeit mit der Strafverfolgung bereit erklärt. Er sollte auch Fragen aller Anwälte der Anklägerinnen beantworten, insbesondere der Anwältin von Virginia Roberts Giuffre, die sehr starke Anschuldigungen gegen ihn hat. Er sollte alle Beweise aushändigen. Er hat E-Mails, Texte, Kalender, all die normalen Dinge, die man in einem Rechtsstreit übergibt. Und er sollte seine Mitarbeiter und das Sicherheitspersonal auch mit der Strafverfolgung sprechen lassen, denn sie könnten uns helfen festzustellen, wo er war, als er dort war und was sie sahen. Also ist all das extrem wichtig, damit wir dem, was passiert ist, auf den Grund gehen können.

Andrew hatte auch erklärt, bereit zu sein, den Strafverfolgungsbehörden bei der Untersuchung zu helfen.

Doch Andrew sei laut Bloom wohl nur einer von vielen in dem Fall.

Aber die Epstein-Opfer wollen auch wissen, was mit all den anderen Beteiligten passiert. Es gibt viele Theorien darüber, dass sehr hochrangige Menschen in dieser Welt involviert sind, Mitverschwörer sind, Mädchen herumschleusen, mit minderjährigen Mädchen handeln.

Wir müssen natürlich herausfinden, wer noch beteiligt war, wer wusste, was los war, und wer ihm geholfen hat. Wer hat sonst noch minderjährige Mädchen oder junge Frauen belästigt?

Sie ist sich sicher, dass der Fall nach Epsteins Tod an neuer Dynamik gewonnen hat und wahrscheinlich noch weitere Skandale ans Licht kommen werden:

Wir kratzen definitiv nur an der Oberfläche, und Jeffrey Epstein verkehrte in den höchsten Kreisen, nicht nur in den USA und in Großbritannien, sondern auch auf der ganzen Welt.

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