Mit der Axt schon 3 Gipfelkreuze umgehackt – Täter mit ausländischem Akzent

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Ein durchtrainierter Mann zückte eine Axt aus seinem Rucksack und hackte das Gipfelkreuz um. Lenggries – Das Gipfelkreuz am Prinzkopf hatte eine besondere Bedeutung. Nun hat es ein unbekannter Mann einfach umgehackt. Die Almbauern rätseln, wer so etwas macht.Es ist eine sonderbare Geschichte, die sich am letzten Julisamstag am Prinzkopf abgespielt hat: Ein durchtrainierter Mann, vielleicht Mitte 30, steigt auf den Prinzkopf. Gegen 18.30 Uhr steht er vor dem Gipfelkreuz, zieht eine Axt aus seinem übergroßen Rucksack und hackt das Kreuz um. Seitdem liegt es neben der Eisenhalterung in der Wiese.

Resi und Anton Beilhack aus Gaißach haben den Mann mit dem Feldstecher beobachtet. Die beiden waren zu der Zeit auf der Ludern-alm, um das Vieh zu hüten. Das machen sie schon seit Jahren im Sommer. „Wir haben etwas hacken gehört und wussten in dem Moment nicht, woher es kam“, sagt Resi Beilhack. Sie und ihr Mann blickten Richtung Prinzkopf, der amtliche Name lautet Torjoch, und trauten ihren Augen kaum. „Das Gipfelkreuz war weg.“
Täter brüstet sich vor dem Kreuz

Sie beobachteten den Mann zwei, drei Minuten. Vermutlich sah er die beiden vor der Ludernalm sitzen. Denn: „Er hat komische Laute heruntergeschrien. Richtig gebrüstet hat er sich.“ Danach stieg er auf der anderen Seite hinunter, zum Lärchkogel-Hochleger.

Das Almgebiet liegt zwischen Sylvensteinsee und Tirol und wird von Landwirten aus Lenggries und Gaißach mit Jungvieh, Fleckvieh und Rössern bewirtschaftet. Darüber thront im Grenzgebiet der Prinzkopf, auf dem das Kreuz stand. Der damalige Hirte vom Lärchkogel hat es im Jahr 1982 mit Spezln aufgestellt. Er ist ein paar Jahre später verunglückt. 2012 wurde das Kreuz erneuert. „Es war in die Jahre gekommen“, sagt Georg Heiß aus Lenggries, der beide Male geholfen hat, das Material den Berg hinaufzuschaffen. „Und auf einmal ist es nicht mehr da.“
Hund schlägt an

Der Unbekannte, gut 1,90 Meter groß und dunkelhaarig, marschierte nach seiner Tat zur Alm, die unter anderem Kasper Schmidtner aus Gaißach bewirtschaftet. „Er zog sich dort um, weil es anfing zu regnen“, berichtet der Landwirt. In diesem Moment schlug der Hund des dortigen Hirten derart an, dass dieser den Fremden nicht in die Alm ließ, wie es eigentlich Brauch wäre. „Das war wohl lebensrettend, wenn der mit der Axt unterwegs war.“

Der Unbekannte habe mit ausländischem Akzent gesagt, dass er nach Fall wolle, berichtet Resi Beilhack. Sie ist froh, dass sie mit ihrem Ehemann am Berg war. „Allein hätte ich ganz schön Muffensausen gehabt, der hat sich aufgeführt wie ein wildes Tier.“ Ihr ist wichtig, dass andere Almleute gewarnt sind, denn das Gipfelkreuz am Prinzkopf ist nicht das erste, das umgehackt wurde.
Auch das Kreuz an der Dudl-Alm wurde umgehackt

Das Kreuz an der Dudl-Alm von Familie Gerg im Längental steht ebenfalls nicht mehr. „Es muss um Pfingsten gewesen sein. Wir haben erst festgestellt, dass es umgehackt wurde, als wir die Weide an der Alm hergerichtet haben“, berichtet Ina Gerg aus Schlegldorf. Ob es derselbe Täter war, ist offen. „Wir haben das Kreuz erst vor zwei, drei Jahren aufgestellt.“

Sie rätselt, „was diesen Menschen reitet“. Resi Beilhack bezweifelt, dass der Täter gezielt auf Rache aus war. „Dass der was gegen das Christentum hat, steht außer Frage“, sagt Schmidtner. Bei der Polizei sind bisher keine Hinweise eingegangen. „Es ist eine komische Tat“, sagt Josef Mayr, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion.

Georg Heiß will auf jeden Fall wieder ein Kreuz am Prinzkopf aufstellen. „Der Zimmerer meint, wir können das abgehackte reparieren“, sagt der Lenggrieser. Bei den Almbauern bleibt trotzdem ein ungutes Gefühl. Schmidtner: „Der könnte ja jederzeit wiederkommen.“

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