Markus Gärtner: Wozu kaufen wir noch Zeitungen?

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Chaos im deutschen Blätterwald. Journalisten schreiben fleißig das auf, was ihnen PR-Agenturen, Pressestellen, Lobbyisten, Parteizentralen und Ministerbüros auf den Tisch liefern. Heraus kommen am Ende oft völlig widersprüchliche Schilderungen wichtiger Entwicklungen. Ein Nebel, der völlig undurchdringlich ist, anstatt Klarheit und Einordnung.

So passiert das gerade mit der Beschreibung der wirtschaftlichen Entwicklung. Wir lesen in vielen Blättern von den hervorragenden Aussichten für das zweite Halbjahr. Doch dieselben Medien beschreiben uns in höchstem Alarmton, wie stark gestörte Lieferketten und fehlende Komponenten sowie explodierende Rohstoffpreise ganze Branchen bis hin zu den Autoherstellern regelrecht ausbremsen.

Ja, was denn nun? Die Leser zahlen für Klarheit und die Benennung der Umstände, nicht für Nebelkerzen und ein Konzert an widersprüchlichen Schilderungen aller möglichen Einflüsterer.

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