Markus Gärtner: Sterbezahlen für den „richtigen“ Gebrauch

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Beim Statistischen Bundesamt findet man die wöchentlichen Sterbezahlen für Deutschland. Es gibt eine Grafik, die den Mittelwert für die Jahre 2016 bis 2019 durch eine blaue Linie darstellt. Ein blaues Band zeigt die Bandbreite der Fälle an, also den Ausschlag zwischen niedrigstem und höchstem Wert zu einem bestimmten Zeitpunkt. Darüber gelegt ist die rote Kurve für 2020.

Die rote Linie enthält die mit und an Corona Verstorbenen. Natürlich hebt sich die Kurve für 2020 wie ein Überflieger von dem blauen Band der Durchschnittswerte für 2016 bis 2019 klar ab, denn für die vier Vorjahre von 2020 wird ja der Mittelwert gezeigt. Doch wer sich die Mühe macht, die Vorjahre von 2020 einzeln zu studieren – was man in einer Excel-Tabelle tun kann -, der sieht, dass das schlimme Grippe-Jahr 2018 Wochen mit deutlich mehr Toten aufzuweisen hatte als 2020. Hier soll nichts vereinfacht oder verwischt werden. Aber die Frage muss erlaubt sein, WARUM es 2018 keinen Politiker interessiert hat, dass in der 10. Kalenderwoche 26.777 Menschen gestorben sind, während mit niedrigeren offiziellen Sterbezahlen 2020 ein ganzes Land an die Wand gefahren wird

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