Markus Gärtner: LINKE-Kandidat sorgt für Aufsehen

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Er kandidiert bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg am 23. Februar auf dem Listenplatz 20 für DIE LINKE. Tom Radtke ist Schüler, Jungpolitiker und Klima-Aktivist in einem. Vor wenigen Tagen erregte er bundesweit Aufsehen mit einem Facebook-Post in dem er feststellte: „Wir müssen die Klimaerwärmung jetzt stoppen, damit sich ein Holocaust nicht wiederholt“. Mit diesem Text löste Radtke verständlicherweise einen Shitstorm aus und handelte sich den Vorwurf ein, den Holocaust zu relativieren. Er löschte den Post und versicherte, das sei nicht seine Absicht gewesen. Den Ärger ist er aber nicht losgeworden.

Jetzt hat er Zoff mit seiner eigenen Partei, die offenbar überlegt, ob sie ihn ausschließen soll. Radtke hat zudem Streit mit der Fridays for Future-Bewegung, für die er sich anfänglich in Hamburg engagierte. Luisa Neubauer hat ihm eine Abmahnung zugestellt, die Radtke mit einer Gegenabmahnung beantworte. Damit hat er die bekannte Kanzlei von Medienanwalt Ralph Höcker beauftragt.

In diesem Gespräch erzählt Radtke von seiner politischen Aktivität und offenbart dabei überraschende Standpunkte, die man von Mitgliedern der LINKE nicht gewöhnt ist. Ich habe ihn in diesem Gespräch unter anderem gefragt, ob er in der richtigen Partei ist.

Radtke hält die Antifa für eine faschistische Organisation, die gewalttätig ist, er zählt sich selbst zu einem der Opfer dieser Gewalt. Die Fridays for Future-Bewegung hält Radtke für unterwandert durch die Grünen. Es sei ihr nie um Klimapolitik gegangen, sie sei manipulativ, werde von den Grünen instrumentalisiert und verbreite ungerechtfertigte Panik, anstatt vernünftige Politik zu machen.

Für Deutschland fordert Radtke mehr Demokratie und Transparenz, „damit der Mensch wieder mehr im Mittelpunkt steht und nicht Banken und große Konzerne“.

Deutschland bewegt sich nach seiner Beobachtung immer mehr in Richtung einer grünen Ideologie, die mit Sprachbereinigung und politischer Korrektheit eine Stimmung erzeugt, in der man aufpassen muss, dass man nichts „falsches“ sagt.


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