Jörg Meuthen: „Wir verwässern den Wert unseres Geldes“

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Liebe Leser, wenn man die – von den Medien zumeist unkritisch gesendeten – Jubelarien einiger „GroKo“-Politiker der letzten Tage und Wochen betrachtet, erscheint es so, als müssten Teile der Volkswirtschaftslehre neu geschrieben werden.

„Wir können uns die enormen Corona-Hilfen leisten, weil wir so gut gewirtschaftet haben in den letzten Jahren“, so oder ähnlich lautet die Botschaft dieser Jubelarien. Offenbar soll der Bürger denken, unser Staat schwimme dank der „Weitsicht“ der Merkel-Regierung nur so im Geld und verfüge über angesparte hohe Milliarden-Beträge aus (von Bürgern und Unternehmen selbst erwirtschafteten!) Steuergeldern, die nun in der Not an die Deutschen zurückgegeben werden können.

Das ist natürlich blanker Unsinn. Die Wahrheit ist: Das vermeintlich „gute Wirtschaften“ bestand im Wesentlichen darin, den Null- und Negativzinseffekt der irregeleiteten EZB mitzunehmen und ein paar Prozent der drückenden Schuldenlast von ca. 2 Billionen Euro abzubauen – übrigens zum Preis eines enormen Zinsverlustes für die deutschen Sparer, die durch eben jene irregeleitete EZB-Politik schleichend enteignet werden.

Fraglos muss jetzt den vielen um ihre Existenz kämpfenden Menschen geholfen werden. Nur leider müssen dazu aufgrund des schlechten Wirtschaftens von Merkel & Co. nun neue Schulden her – und zwar nicht nur für die Hilfen, die in Bund und Ländern beschlossen wurden, sondern auch für diejenigen, die am Donnerstag letzter Woche auf europäischer Ebene auf den Weg gebracht wurden, nämlich die nächsten 500 Milliarden Euro mit entsprechender deutscher Beteiligung.

https://www.tagesschau.de/ausland/eu-finanzhilfen-101.html

Übrigens ist es schon erstaunlich, dass hierfür auf einmal der ESM – der ja per Definition ohnehin nur in der Euro-Zone, nicht aber in der gesamten EU zum Einsatz kommen darf – zu Rate gezogen wird. Falls man bei Frau Merkel und Herrn Scholz schon vergessen hat, was der rechtlich bindend festgelegte Zweck des ESM ist, hier das entsprechende wörtliche Zitat von der Internetseite des Bundesfinanzministeriums:

„Zweck des ESM ist es, Finanzmittel zu mobilisieren und diese in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Mitgliedstaaten der Eurozone unter strikten wirtschaftspolitischen Auflagen zur Verfügung zu stellen, wenn dies unabdingbar ist, um die Stabilität des Euro-Währungsgebietes insgesamt zu wahren.“

https://www.bundesfinanzministerium.de/…/esm-europaeischer-…

Welche „strikten wirtschaftspolitischen Auflagen“ mögen es wohl sein, die nun den empfangenden Ländern gemacht werden?

Die Antwort kennen wir alle: Es wird sie nicht geben.

Stattdessen werden nun Milliarden und Abermilliarden an neu geschaffener Liquidität ins System gepumpt – Liquidität, die auf neuen Schulden basiert.

Die Schulden von heute aber sind die Steuern von morgen, das ist schon lange bekannt. Und mehr noch: Die enormen neuen Schulden der nächsten Wochen und Monate werden – nach gegebenenfalls kurzfristig auftretenden, durch die schwere Rezession bedingten deflationären Effekten – langfristig zwangsläufig zu einer hohen Inflation führen.

Wie soll es auch anders gehen, wenn eine durch die Rettungsmilliarden stark erhöhte Geldmenge auf eine nicht mal konstante, sondern aufgrund der mit Sicherheit eintretenden Unternehmensinsolvenzen sogar sinkende Gütermenge trifft?

Diese drohende Inflation aber wird den Deutschen derzeit von ihrer Regierung wie auch von den Medien verschwiegen – kein Wunder, denn nach den zwei traumatischen Inflationserfahrungen der Deutschen im letzten Jahrhundert galt für die Politik hierzulande stets, die Wiederholung einer solchen vor allem die Normalbürger treffenden Wohlstandszerstörung unter allen Umständen zu vermeiden.

Von diesem jahrzehntelangem Konsens scheint man sich nun in Berlin – und letztlich auch in Brüssel – stillschweigend verabschiedet zu haben. Recht pointiert bringt dies der Fondsmanager Erik Townsend auf den Punkt:

„Wir verwässern den Wert unseres Geldes, um jetzt die Kreuzfahrtbranche oder private Jet-Betreiber zu retten.“

https://www.welt.de/…/Rueckkehr-der-Inflation-So-schuetzen-…

Zeit, den verbliebenen Wohlstand Deutschlands vor der drohenden Inflation zu retten. Zeit für ökonomische Vernunft. Zeit für die #AfD.

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