Italien: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kapitän Claus-Peter Reisch

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Damit hatte der deutsche Kapitän des Schlepperhelferbootes „Eleonore“ wohl nicht gerechnet, dass die Staatsanwaltschaft nun Ermittlungen wegen einer möglichen Begünstigung der illegalen Einwanderung gegen seine Person einleitet.  Die Freude über die Nachricht war überschwenglich, dass Matteo Salvini abserviert wurde, offenbar dachten nun die NGOs, die Ausschiffungen auf Lampedusa und Sizilien würden nun keine rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen.

Augsburger Allgemeine berichtet:

Die italienische Staatsanwaltschaft ermittel gegen Claus-Peter Reisch, den deutschen Kapitän der „Eleonore“, wegen einer möglichen Begünstigung der illegalen Einwanderung.

Reisch hält sich weiterhin in Italien auf. Dass nun gegen ihn ermittelt wird, findet er „völlig absurd“. Er beschreibt den Vorfall wie folgt: „Wir haben ein blaues Schlauchboot auf See gefunden, mit kaputtem Motor und einer geplatzten Kammer. Die Leute haben an einer Bordwand den Schlauch mit Händen hochgehalten, damit das Boot nicht untergeht.“ Als sich Reischs Boot ihnen näherte, sei eine zweite Kammer geplatzt. „Da war die Not noch größer. Wir haben die in letzter Sekunde da rausgeholt, sonst wären diese 104 Menschen jetzt nicht mehr am Leben. Dass man jetzt versucht, dem Einsatzleiter und mir daraus einen Strick zu drehen, ist schlicht verwerflich und völlig absurd“, sagt der 58-Jährige.

Für den Kapitän der „Eleonore“ ist völlig unverständlich, warum er nun angeklagt werden soll. Schließlich sei er zu seiner Notwehrhandlung schlicht gezwungen worden. „Man kann mir doch nicht sagen, ich dürfe mit 104 nassen Menschen nicht in einen Hafen einfahren und soll stattdessen nach Mallorca oder Hamburg weiter. Das wäre auch gar nicht möglich gewesen, da auf dem Mittelmeer gerade eine starke Strömung herrscht, mit der wir nicht nach Nordwesten hätten fahren können. Wir sind ja keine Fähre. Aber die Leute, die uns kritisieren, haben von Seefahrt keine Ahnung.“

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