Henryk M. Broder: Politik und Medien leben in ihrer eigenen Welt

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Den „Menschen draußen im Lande“ wird immer wieder gesagt, dass sie ihren „Wohlstand“ teilen müssen und dass es „in einer globalisierten Welt“ nicht mehr angeht, dass „ein Teil in Reichtum und Frieden lebt, während andere Regionen in Krieg und Not versinken“.

Wie sollen ein Busfahrer bei den lokalen Verkehrsbetrieben, eine Verkäuferin bei C&A oder eine Kita-Erzieherin diesen Satz verstehen? Dass sie zu viel verdienen? Dass die Globalisierung danach verlangt, weltweit gleiche Verhältnisse herzustellen, und das auf Kosten jener, die „in Reichtum und Frieden“ leben, während der Rest „in Krieg und Not“ versinkt?

Wird die globale Gerechtigkeit erst dann vollendet sein, wenn alle in Krieg und Not leben? Sind wir deswegen so wild entschlossen, die Konflikte dieser Welt nach Deutschland zu importieren?

Die „Menschen draußen im Lande“, also „das Volk“ oder die „Bürgerinnen und Bürger“, sind dialektisch nicht so geschult wie die Urheber solcher Ratschläge, dafür haben sie ein Bauchgefühl, das ihnen hilft, zwischen „richtig“ und „falsch“ zu unterscheiden. Oder wenigstens zwischen „glaubwürdig“ und „herbeifantasiert“.

Sie sind sehr wohl in der Lage, das, was ihnen gesagt wird, mit dem abzugleichen, was sie vor der eigenen Haustür erleben. Und wenn sie dann z.B. hören, die Zuwanderung sei „eine Bereicherung für unser Land“, wird ihnen bewusst, dass sie veralbert werden. Sie fragen sich nur noch, warum.

Sie mögen es nicht, zu Fremdenfeinden, Nationalisten und Rassisten  erklärt zu werden, weil sie nicht den Kopf hinhalten wollen für eine völlig aus dem Ruder gelaufene Einwanderungs- und Verteilungspolitik. Und sie schätzen es nicht, von Sigmar Gabriel  als „Pack“ beschimpft zu werden. Weiterlesen auf Die Welt.de

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