Hand in Hand gegen Rassismus – Der Übereifer nimmt wieder Überhand

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Als ich eben im Radio von der Aktion Hand in Hand gegen Rassismus gehört habe, wollte ich mich erst aufregen, habe es dann aber gelassen und mich stattdessen kaputtgelacht. Da stellen wieder ein paar übereifrige Weltverbesserer ein Projekt gegen Rassismus auf die Beine. Offensichtlich werden tagtäglich Asylantenheime angezündet, Horden voller durchgeknallter Glatzköpfe jagen Ausländer, ausländische Frauen sind nirgendwo mehr sicher. Nach „Gesicht zeigen“ und „Wir gemeinsam gegen Rassismus“ nun die nächste Eintagsfliege für ein paar übermotivierte Dauerstudenten und chronisch besorgte Gutmenschen um den Weltfrieden.

Hand in Hand gegen Rassismus soll nun am 18. und 19.06. eine bundesweite Menschenkette, die in Berlin, Hamburg, Leipzig, München & Bochum mit Menschenketten Moscheen, Synagogen, Kirchen, soziale Einrichtungen, Flüchtlingsunterkünfte, Museen, Theatern und Rathäusern, verbinden. Man fragt sich wirklich, ob die Veranstalter solcher Clownsveranstaltungen noch wissen, was sie tun.

Paranoide Weltverbesserer von Pro Asyl, Brot für die Welt, der Zentralrat der Muslime, den Naturfreunden Deutschland, der Union Progressiver Juden und vielen anderen seit Jahrtausenden Verfolgten und chronisch Benachteiligten, unterstützen selbstverständlich dieses Eintagsfliege-Projekt. Und wer sagt, wirtschaftliche Interessen würden nicht zählen, nur die Symbolik und das Miteinander für Menschenrechte und Vielfalt, der irrt: selbstverständlich ist auch ein Spendenlink auf der entsprechenden Homepage vorhanden – bei so vielen humanitären Unterstützern? Ein Schelm der da Böses im Sinne hat. Natürlich findet der ganze Zirkus auch einen Tag vor dem internationalen Gedenktag für Flüchtlinge statt, alles schön populistisch und medienwirksam.

Ich habe so langsam das Gefühl, dass bewusst ein Feindbild heraufbeschworen wird, auch wenn es keines gibt. Leute ohne Lebensinhalt, welche Jahre vor sich hinvegetieren und bis Mitte 40 das 7. Studium angefangen haben, finden nun auf einmal etwas, was sie in ihren bisherigen Lebenslauf schreiben können, weil da seit dem Abgang mit 18 aus der 2. Klasse wenig drin steht.

Diese einseitig denkenden Hohlkörper scheinen daran zu glauben, dass ihr Leben nur erfüllt ist, wenn sie einziger Deutscher im Wohnblock und alle Querdenker und Kritikäußernden verschwunden sind. Am besten eine Anarchie ausrufen, wo jeder machen kann was er will, außer natürlich Nachteile und Probleme anzusprechen?

Ich frage mich, wann es mal Bündnisse und Menschenketten für die Opfer von Silvester gibt, Menschenketten gegen TTIP, Menschenketten vor riesigen Mastbetrieben, vor Universitäten die Tierversuche absolvieren, vor dem Bundestag, von dem wir tagtäglich verarscht werden? Menschenketten die Altenheime, Krankenhäuser, Hospize, Horte und Obdachlosenheime verbindet, Menschenketten gegen Altersarmut, Bündnisse die alten Leuten beistehen, damit  sie nicht verarmen und vereinsamen? Bündnisse und  Menschenketten für Kinder, welche bei nur einem Elternteil groß werden und 12 Stunden jeden Tag in der Ganztagsbetreuung sitzen, Menschenketten für die Opfer ausländischer Gewalt, eine Menschenkette für die totgetretenen wahren Gutmenschen, welche an Bushaltestellen und in U-Bahnhöfen ihre Zivilcourage zum Verhängnis wurde? Nicht zu vergessen eine Menschenkette für die arme Studentin in Köln, welche von drei Schwarzafrikanern in ihrer Wohnung überfallen, sexuell missbraucht und beraubt wurde? Oder vielleicht einmal eine Menschenkette für die Siebenjährige, welche  in einer ostdeutschen Stadt von einem neu eingereisten „traumatisierten“ Wirtschaftsflüchtling und Asyltouristen für das Leben gezeichnet wurde?

Aber Solidarität mit schwierigen Themen im eigenen Land gibt es nie, man könnte ja anecken und es würde auffallen, wenn man nicht mehr im Strom der Tausenden von Jasagern mitschwimmt.  Dann doch lieber schnell bei einer Menschenkette in Hamburg oder Berlin mitmachen, und hinterher der Verwandtschaft und den Kollegen erzählen, wie engagiert man doch ist und was man alles gegen Feindbilder in diesem Land und für arme, traumatisierte
Menschen unternimmt.

Ich hoffe es regnet den ganzen Tag am Wochenende und ich hoffe, dass auch diese lächerlich erbärmliche Hand in Hand Eintagsfliege sprichwörtlich den Bach heruntergeht. Es gibt so viele Menschenketten, welche man im Sinne des eigenen Volkes auf die Beine stellen könnte, aber offensichtlich gibt es niemanden, dem es so dreckig geht, wie illegal durch ganz Europa eingereisten Wirtschaftsflüchtlingen.

Jeden Tag geben sich diese lächerlichen Weltverbesserer eine eigene Daseinsberechtigung, indem sie einfach alles und jeden als rechtsradikal, rechtspopulistisch und faschistisch abstempeln, dann können sie nämlich am nächsten Tag dagegen Händchen halten und ihrem sonst sinnlosen Leben ein bisschen Inhalt geben und sei es nur für ein paar Stunden.

Der Tag wird kommen, an dem sie wieder in ihr sinnloses Leben zurücksinken werden, dann  gibt es keine  Menschenketten mehr, dann gibt es nur noch einen Wandel zum Wohle des eigenen Volkes. Thüringen macht übrigens in den Umfragen gerade den Anfang: die Randnotizenpartei SPD ist da auf 11%, die AfD auf 19%. Mal abwarten, wann sich hier die erste Menschenkette bildet.

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