Grafing: Landwirt zahlt GEZ-Gebühren für seine Kühe

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Das ist kein verspäteter Aprilscherz, auch kein Anlass zum Schmunzeln, tatsächlich muss ein Landwirt für seine Kühe die Zwangsgebühr entrichten, schließlich stehen diese in einer Betriebsstätte – im Stall.  Deutschland, ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo die Gier grenzenlos scheint.

Merkur Online berichtet:

Bauer Helmuth Demmel in Wiesham 10 bei Grafing zahlt GEZ-Gebühren für die Kühe Annegret, Gabi und Renate, die anderen vier Damen haben gar keinen Namen. Bei den „Beschäftigten“ handelt es sich um Fleckvieh. Weil aber Wiesham 10 rein rechtlich eine „Betriebsstätte“ ist, zahlt Landwirt Demmel GEZ-Gebühren. Radio hören die Kühe nicht und sie schauen auch nicht in den Fernseher, geschweige denn, dass sie vor dem Computer säßen. „Ich hab’ im Kuhstall nicht mal eine Steckdose“, wundert sich der Bauer. „Das Licht muss man von außen einschalten.“

Bei der Gebühreneinzugszentrale hat er schon ein paar Mal angerufen. „Die Auskunft war immer die gleiche. Ich muss bezahlen“, berichtet der Bauer. Das habe der Bayerische Landtag so beschlossen. „Zum Schluss werde ich sonst noch zwangsvollstreckt“, befürchtet er Konsequenzen. Es gehe ihm nicht so sehr ums Geld „als ums Prinzip“. Pro Jahr werden für seine Kühe 69,96 Euro fällig. „Das ist nur eine Kleinigkeit, aber das ärgert mich“, sagt er.

„Es ist ja nicht mehr feierlich, was in Deutschland alles möglich ist“, ärgert sich Demmel, und setzt seine ganze Hoffnung darauf, dass einer der vielen Klagen, bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht, gegen die Gebührenzwangseintreibung erfolgreich ist.

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