Gottfried Curio: Woke oder nicht woke, das ist hier die Frage

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Es ist nicht zu übersehen: Die Politisierung des Alltags nimmt rasant an Fahrt auf. Und immer öfter wird von den Menschen erwartet, ein politisches Bekenntnis – etwa durch Benutzung des Gendersternchens oder durch Zeigen von Regenbogenflaggen – abzulegen. Ganz offensichtlich wurde dies bei der Fußball-Europameisterschaft, wo auf einmal nicht mehr sportliche Leistungen im Mittelpunkt standen, sondern Bekenntnisse zur Buntheit oder solidarisches Niederknien im Sinne der gewalttätigen „Black Lives Matter“-Bewegung. Wer erst mal „woke“ ist (d.h. aufgewacht, also für politische Inkorrektheiten sensibilisiert), soll plötzlich überall nur noch Alltagsrassismus oder -sexismus sehen und sich Fragen stellen: Warum ist die Barbie blond? Warum ist der Hirsch beim Wildwechsel-Straßenschild männlich? Ist ein Gebäck namens „Afrika“ nicht eine Beleidigung für einen ganzen Kontinent? Durch solche sinnfreien Überbetonungen pseudo-moralischer sog. Anti-Diskriminierungsperspektiven sollen die drängenden realen Probleme des Landes weggeblendet und die Bevölkerung eingeschüchtert werden. Sehen Sie eine Abrechnung mit dem neuen Woke-Hype in meiner Wahlkampfauftaktrede in Niedersachsen.

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