Gestohlen aus Berliner Ausländerbehörde: Polizeibericht enthüllt illegalen Handel mit Blanko-Dokumenten

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Symbolbild

Gleich zweimal sind Unbekannte in die Berliner Ausländerbehörde am Friedrich-Krause-Ufer eingebrochen, die Objekte der Begierde waren Blankdokumente und Siegel. Zweimal erfolgreich eingebrochen und vermutlich sind immer noch keine Sicherheitsmaßnahmen veranlasst worden. Mit diesen Diebstählen von sensiblen Unterlagen wurden den vielfachen und vielfältigen Betrugsmöglichkeiten nun Tor und Tür geöffnet, zumindest wird die Ausländerbehörde in Berlin arbeitsmäßig entlastet, das Aufenthaltspapier wird gleich vorab ausgefüllt und gestempelt.

Focus Online berichtet:

Bei Kontrollen haben Beamte der Bundespolizei Ausländer, die sich unerlaubt in Deutschland aufhalten und ausreisepflichtig sind, mit illegal erworbenen Aufenthaltstiteln festgestellt. Bei diesen Papieren handelt es sich um Dokumente, die zuvor aus der Berliner Ausländerbehörde gestohlen wurden, das geht aus einem Bericht vor, der der „Bild am Sonntag“ vorliegt.

Im Herbst 2017 und Frühjahr 2019 waren Unbekannte in die Behörde eingebrochen und hatten Blankodokumente und Siegel gestohlen. Laut Bericht handelt es sich um circa 20.000 abhandengekommene Dokumente, darunter Niederlassungserlaubnisse, Aufenthaltserlaubnisse, Blanko-Reisepässe. In dem Bericht heißt es: „Diese gestohlenen Blanko-Aufenthaltstitel werden durch bislang unbekannte Täter bedarfsgerecht und unautorisiert ausgestellt sowie gewinnbringend verkauft.“

Die Ermittler der Bundespolizei enthüllten eine Masche der Käufer, um diese illegal erworbenen Aufenthaltstitel zu „waschen“: Die Titel werden in den Reisepass geklebt, dieser anschließend beschädigt und bei der jeweiligen Botschaft ein neues Reisedokument beantragt. Der Ausländer vereinbart einen Termin bei einem Berliner Bürgeramt. Er legt alle Dokumente vor und bittet, seinen Aufenthaltstitel in den neuen Pass zu übertragen.

Der Bundespolizei-Report spricht von „scheinlegalisiert“. Deshalb warnen die Beamten ihre Kollegen im Bundesgebiet: „Hiermit wird um bundesweite Sensibilisierung gebeten.“

 

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