Gerald Grosz: Sido, das Geschäft mit widerwärtigen Vergleichen

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Sido, ein Vertreter der besonderen Spezies von buffetschnorrenden abgehalfterten Künstlern, die sich aliquot zum Abstieg in den Charts nur mehr mit pseudopolitischem Gegrunze medial über Wasser halten, ihre musikalische Karriere und übrigens auch einen Großteil des Publikums längst hinter sich haben, füllt wieder einmal die Schlagzeilen mit widerwärtigen und geschmacklosen Vergleichen. Ausgerechnet in jener Woche, in der die Welt der Befreiung von Ausschwitz, den Opfern von Diktatur und Faschismus gedenkt, über den Massenmord an Millionen von Menschen trauert, meldet sich das gerichtsbekannte Produkt längst vergangener deutscher Rap-Kultur aus seinem ideologischen Loch, glaubt mit jenseitigen Vergleichen Meter, ein billiges Geschäft mit den Opfern zu machen. Paul Hartmut Würdig, vulgo Sido, der sich angesichts der eigenen Minderwertigkeit nur mehr mit Publikumsbeschimpfungen über Wasser hält, mit respektlosen Hitler-Vergleichen die Schlagzeilen sucht und dadurch neben Jan „die Klöten klein, die Quoten arm“ Böhmermann und Gröhlemeyer zu jenen sogenannten „Künstlern“ gehört, die sich nicht mehr über ein geistiges Genie und ihr Können sondern nur mehr über die Verpolitisierung der Kultur definieren. Ein primitiver Skandalbruder, der das Leid der Menschen vor 75 Jahren heute einmal mehr missbraucht, um die schwächelnde Karriere anzukurbeln, PR auf dem Rücken von Toten macht, Geschmacklosigkeit für Geld wechselt.

Herr Sido, der von Ihnen in Wiederholung zitierte Herr Schicklgruber, gescheiterter und arbeitsloser Aquarellmaler in Wien, war übrigens in Österreich aussichts- und chancenlos. Erst Deutschland ermöglichte ihm den Aufstieg. Neben Ihnen, Herr Sido, ein weiterer Beweis dafür, dass jeder beschäftigungslose Depp in Deutschland Karriere machen kann. Die ständige Vernaderung Österreichs könnte daher für Sie ein weiterer Schuss ins Knie gewesen sein.


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